“ Rehabilitation “ ein Tagebuch Klinik am Möhnesee

” Rehabilitation ”   ein Tagebuch      Klinik am Möhnesee

" REHA " ein Tagebuch

“ Rehabilitation “  ein Tagebuch,
Stabilität-Heilung-Neuorientierung

1.- Vor acht Monaten habe ich den ersten Antrag für eine Rehabilitation gestellt. Ablehnung mit der Begründung, ich hätte keinen Anspruch.

2. Vor sechs Monaten habe ich den Widerruf eingereicht. Ein psychiatrisches Gutachten lag bereits vor.

3. Erneute psychiatrische Begutachtung durch einen Gutachter der Rentenversicherung im Januar.

Diagnose: “komplexe posttraumatische Belastungsstörung”

4. Im Februar Bewilligungsbescheid über eine Rehabilitations-Maßnahme für die Dauer von fünf Wochen.

5. Im April kam der Termin für die REHA-Maßnahme – 14. Mai bis voraussichtlich 18. Juni 2013.

Verlängerung : Aufenthalt bis zum 01. Juli 2013

 

 

REHABILITATION ” – mein Tagebuch

30.06.2013  22:35 Uhr

Ich habe gepackt, all meine vielen Dinge. Es gab viele kleine, liebevolle Verabschiedungen. Harald ist da. Heute abend waren wir noch im Titos und haben Hefeweizen getrunken. Einige Mitkandidaten haben sich an unserer Gruppe beteiligt. Ein schöner Abend zum Abschied. Morgen nach dem Frühstück geht es nach Hause. Jetzt beginnt ein neues Abenteuer………..der Alltag will bewältigt werden.

Foto Kopie 6

Das muss ich noch zeigen….ein Sockenzombie mit Nasenpiercing für Petra zum Abschied…..Sie liebt diese Farben und sie liebt Zombies.

 

 

29.06.2013     23:30 Uhr

Der Tag heute ist wie im Flug vergangen. Frühstück fiel aus wegen ausschlafen. Ich konnte mir Zeit lassen. Später bin ich mit Angelika ein wenig bummeln gefahren. Am frühen Abend kamen Stefan und Werner mit Sohn zu Besuch. Wir waren im Geronimo Pizza essen und sind dann zum Möhnesee zum großen Seefest gefahren. Es war ein großer Spaß. Und das ich Besuch von Stefan und Werner bekam, war großartig.

Morgen kommt Harald und am Montag geht es nach Hause.

7 Wochen Rehabilitation sind beendet. Es gibt weniger Angst in mir und ich habe wieder eine Zukunft. Menschen, denen ich begegnen durfte, werden mich ein Stück weiter begleiten. Wertschätzung, Achtung meiner Person und Anerkennung meiner Leistungen während der Rehabilitation haben mich gestärkt und mir das Gefühl zurück gegeben, ein wertvoller, kompetenter und liebenswerter Mensch zu sein.

Meine Ärztin sagte zum Schluß, das sie viel Spaß an der Arbeit mit mir hatte, das ich eine besondere Patientin gewesen bin und das es schade ist, das ich jetzt gehe. Ich habe in diesen 7 Wochen mehr Wertschätzung erfahren, als in vielen Jahren zuvor. Allein aus diesem Grund war die Reha ein voller Erfolg. Danke, Klinik Möhnesee………

28.06.2013   21:00 Uhr

Heute war ein entspannter und ein stiller Tag. Ich hatte Morgengymnastik und danach eine Massage. Meine letzte Anwendung in dieser Reha. Jetzt noch ein Wochenende mit einem großen Fest am Möhnesee und am Montag fahre ich nach Hause……Zu Hause…..wie wird das sein? Es schleicht sich wieder Angst ein.

Ich freue mich wahnsinnig auf Familie und Freunde und doch gibt es unerledigte Sachen, die mich ängstigen. Ich bin so dankbar, das Harald für mich da ist. Durch ihn fühle ich mich beschützt. Jetzt lachen bestimmt Einige und denken, die starke und taffe Editha muß beschützt werden….Ja, genau so ist es. Ich bin noch nicht wieder stark genug um mich selbst zu schützen.

Ich denke viel nach, über mich, über die Geschichten von anderen Patienten, daüber wie sie sich manchmal ähneln. Paralelen zu meinem Erleben erschrecken mich. Über all diesen Gedanken klappern die Stricknadeln……..

Am Sonntag kommt Harald. Er hat sich ein Zimmer gemietet und bleibt bis Montag. Wir fahren gemeinsam nach Hause. Das erleichtert mir den Rückweg in mein Leben mit all den Baustellen und Widrigkeiten und all den freundlichen und liebevollen Menschen um mich herum.  Mit unseren Freunden um mich herum fühle ich mich sicher……. Ich denke zu viel. Also Schluß damit. Ich bin nicht alleine !  Andere Patienten fahren nach Hause und sind allein. Da bin  ich eindeutig besser dran und alles Jammern ist Jammern auf hohem Niveu, zeigt mir aber auch, das meine Stabilität auf schwachen Füßen steht.

Vielleicht ist es nur die Kälte und der Regen draussen. Hier laufen gerade viele traurige Gesichter rum. Ein wenig Sonne täte uns allen gut. Mal schauen, wie es morgen ist. Stefan und Werner besuchen mich und wir werden den Möhnesee in Flammen erleben. Ich freu mich drauf.

27.06.2013    13:20 Uhr

Man glaubt es kaum, die Sonne scheint. Ich sitze mit dicker Jacke und Wollsocken auf meinem Balkon und genieße die Sonnenstrahlen. Ich werde jetzt Sonnenstrahlen sammeln und daraus sonnige Socken für meinen Lennart stricken und danach sonnige Socken für meinen Freund Lasse mit ein klein wenig Pink von Editha. Ich denke mir, das es tolle Trostsocken sind, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn der Streß groß ist……….

Seit gestern Nachmittag gibt es eine Interessengruppe zum Thema stricken. Es werden immer mehr Leute, die interessiert sind. Es macht auf jeden Fall Spaß. Leider habe ich wieder so viel gestrickt, das mein Ellenbogen streikt und weh tut. Ich werde eine Pause einlegen müssen.

Heute nachmittag treffen wir uns in der Waschküche zum Filzen. Ich bin gespannt. Ich möchte so gerne kleine Blüten filzen. Angelika und Petra werden es mir zeigen.

Insgesamt ist viel passiert. Ich kann jetzt Socken stricken und ein wenig filzen. Ich gehe achtsam mit mir um und entwickele ein gutes Gespür für meine körperlichen Bedürfnisse und ich spüre sehr genau, wenn ich mich mit mir allein verabreden sollte……Und genau das tu ich dann auch. Selbstwahrnehmung ist ein großes Thema. Meine Wahrnehmung ist in der Regel nach aussen gerichtet. Jetzt nehme ich mir immer mehr Zeit, meine Wahrnehmung auf mich oder nach innen zu richten. Es fühlt sich so gut an und es ist Wertschätzung, die ich mir selbst schenke.

19:00 Uhr

Das Filzen war erfolgreich. Zwei Steine und ein Blüte gefilzt. Ist wirklich gelungen,  als Anfänger ganz gut……

Foto Kopie 5

Filzen……

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eingefangene Sonnenstrahlen…

 

Ich werde einen ruhigen Abend auf meinem Zimmer verbringen und ein wenig mit den gesammelten Sonnenstrahlen stricken.

Um 20:30 Uhr kam Antje zu mir zum Quatschen auf mein Zimmer. Vergleiche ich das mit meiner Geschichte, möchte ich nicht tauschen………Ich bin nicht allein. Es gibt meinen Harald und enge Freunde und viele Menschen mit denen ich guten Kontakt habe. Ich habe die Fähigkeit in meinem Leben zurück gewonnen, viele Situationen zum Positiven zu wenden. Nach dieser Rehabilitation werde ich mir Hilfe holen können und ich habe das sichere Gefühl, ich werde wieder gesund…….Ich drück Dir ganz fest die Daumen, liebe Antje. Eines Tages wirst Du ankommen…….

26.06.2013    16:00 Uhr

Ich bin jetzt viel für mich allein. Das ist ungewohnt, weil ich fester Bestandteil einer Gruppe war. Nun sind wirklich alle abgereist. Zwischendurch einzelne Gespräche mit einzelnen Patienten aber sonst……..Das fühlt sich fremd an. Es ist eine gute Übung für zu Hause. Dort werde ich auch viel allein sein. Ich bin hier ein Sonderposten. Auch wenn man mich nicht direkt kennt, so erzählt man sich doch, das ich 7 Wochen hier im Haus bin. Das läßt Spekulationen viel Raum.  “ Warum bleibt die so lange – Die hat bestimmt gute Kontakte – Weiß Jemand, welche Krankheit die hat ? – Die hat im Forum geschrieben, da ist die Klinik lieber vorsichtig – usw. usw.

Ich beschreibe es hier einmal. Ich bin die 7. Woche hier, weil ich nach dieser Rehabilitation eine Trauma-Therapie durchlaufen werde. Das ist im Allgemeinen für den Betroffenen sehr belastend. Die 7. Woche dient in meinem Fall der weiteren Stabilisierung. Die Chefärztin Frau Dr. Ihlow hat sich persönlich dafür eingesetzt, weil sie meine Geschichte kennt. Sie hat sich ebenfalls persönlich dafür eingesetzt, das Wassershiatsu zweimal auf meinem Therapieplan stand. Für all diese Maßnahmen gibt es sehr gute Gründe. Ich gehöre zu den Traumapatientinnen.

Ich habe nicht einmal erlebt, das ich unfreundlich behandelt wurde. Vielleicht hat es Etwas damit zu tun, wie man den Schwestern, Ärzten und Therapeuten hier begegnet. Ganz sicher hat es damit zu tun, ob man bereit ist, an seiner Gesundung mit zu arbeiten oder ob man nur konsumieren möchte. Die Klinik ist keine Wellness Oase, in die man hinein geht und seine Bestellung abgibt und erwarten kann, das Alles so sein wird, wie wir es in unseren Vorstellungen gerne hätten. Abgesehen davon, begegnen die Menschen, die in diesem Haus arbeiten, nicht immer freundlichen oder höflichen Menschen. Und doch müsssen sie freundlich und zugewandt reagieren. Das erfordert die Qualität in diesem Haus. Wir sind nur Menschen, auf der einen und auf der anderen Seite.  Jeder hat seine ganz persönlichen Befindlichkeiten und Jeder hat Wertschätzung verdient. Das sollten wir Patienten, bei all unseren Ansprüchen, nicht vergessen.

Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben. Wenn ich mal nicht einverstanden war, habe ich darüber gesprochen und angemessen gefragt. In Gesprächen ergab sich immer eine Lösung oder Erklärung – warum, weshalb, weswegen. Das hat mir nicht immer gefallen, aber ich habe die Notwendigkeit verstanden. Oft genug war das Ergebnis in meinem Sinne. Die Rehabilitation hat mich ein großes Stück voran gebracht, obwohl ich nicht immer Spaß damit hatte. Ich war bereit, mich darauf einzulassen und das war gut so. Ich gehe gut vorbereitet in die weitere Therapie. Eines Tages wird diese Episode in meinem Leben gut ausgegangen sein und ich werde mit Dankbarkeit an diese Klinik und die behandelnden Personen zurück denken.

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Ferse gelungen dank Youtube

Das Sockenproblem habe ich gestern abend mit  YouTube und einem Video über das Stricken von Fersen gelöst. Das hat wirklich funktioniert. Ich habe dieses Video auf meinem Ipad gespeichert und sollte es nötig sein, kann ich es jederzeit zu Hilfe nehmen. Darauf hätte ich auch schon eher kommen können. 

Meine zweite Socke ist fast fertig……..

Jetzt sitze ich hier mit Enya, 8 Jahre alt und wir spielen auf dem Ipad Petterssons Erfindungen. Das ist sehr lustig und wir haben Beide viel Spaß. Liebste Tochter, nicht eifersüchtig sein, wenn Du das liest. Ich liebe Dich sehr……

 

25.06.2013    18:30 Uhr

Heute morgen sind Conni und Stefan abgereist. Es wird immer ein wenig leichter……Stefan und Werner besuchen mich am Samstagnachmittag. Am Abend gehen wir dann zum Möhnesee in Flammen.

Ich hatte heute das Abschlussgespräch mit meiner Ärztin. Sie hat kinesiologisch mit mir gearbeitet um Stress abzubauen. Diese Übungen werde ich ab jetzt immer wiederholen. Zusätzlich bekam ich noch Akupunktur.

Im freien Werken beschäftigte ich mich das erste Mal mit Speckstein. Es ging erstaunlich gut. Also nicht perfekt,  aber ich bin zufrieden. Es war heute das letzte Mal. Zwischendurch stricke ich immer wieder mal an meiner Socke….Im Moment hänge ich fest. Da wird Angelika mir wieder helfen müssen. Die nächsten Socken werden kleiner, dann kann ich die Fersen üben.

Mir gehen heute viele Gedanken durch den Kopf. Die Abschlussgespräche mit meiner Therapeutin und meiner Ärztin waren sehr intensiv. Meine Therapeutin sagt, das meine Erkrankung eine wirklich schwere Erkrankung ist und das ich sehr gut damit umgehe. Ich akzeptiere meine Erkrankung und integriere sie so, das ich meinen Alltag gut bewältigt bekomme. Ich kann jetzt gut für mich sorgen und muss das unbedingt beibehalten. Dann bin ich eines Tages wieder so belastbar, wie vorher. Ich werde von der Klinik als arbeitsunfähig entlassen und alles Weitere entscheiden dann meine Therapeutin und meine Ärztin. Manchmal habe ich das Gefühl, ich beobachte mich Selbst aus kurzer Distanz und wundere mich darüber, das ich das bin…………..

24.06.2013    18:30 Uhr

Meine Verwirrung ist jetzt komplett.

Heute morgen hatte ich mein Abschlußgespräch mit meiner Therapeutin. Ein gutes Gespräch. Zum Abschied hat sie mich einmal fest in den Arm genommen und mir versprochen, das sie mein Blumenvasen-Projekt fortsetzen wird. Wir haben beide herzlich gelacht, aber es gab auch Tränen von mir…………In mir ist immer noch viel Angst……..

Bei der Tanztherapie gab es meine Verabschiedung, danach eine Wärmepackung. Conni kam vorbei und Stefan und ich sind mit Conni und ihrem Mann zum Kaffeekränzchen mit Kuchen bei Connis Eltern gewesen.

Als ich jetzt zurückkam und in mein Postfach sah, hatte ich einen neuen Behandlungsplan mit Verlängerung bis zum 01. Juli. Und nun? Zwei Seelen sind in meiner Brust. Wenn ich bleibe, ist es ein wenig wie Urlaub. Wenn ich Mittwoch abreise………………..? Mal schauen, was Harald dazu sagt. Zur Stabilisierung könnte ich diese Zeit noch gut nutzen.

19:00 Uhr

Harald und ich haben entschieden, das ich noch bleibe. Er holt mich am Montag ab und ich werde diese Woche  hier gut nutzen. OK. Dann werde ich morgen mit meiner Ärztin den Therpieplan besprechen. Wenn ich an mein Gefühs-Chaos denke, bin ich hier sicher gut aufgehoben. Ich werde es mal sacken lassen. Morgen mehr.

Heute abend verabschieden wir den Stefan. Er fährt morgen nach Hause.

23.06.2013    22:15 Uhr

Ein neuer Tag. Heute war Harald da. Er kam von seinem Klassentreffen.Wir haben einen Teil meines Hausstandes eingepackt. Dann ist es am Mittwoch nicht mehr so viel.

Habe gestern abend damit begonnen eine Socke zu stricken. Die dritte meines Lebens. Das erste Paar mußte ich mit 13 in der Schule stricken. Die waren so furchtbar, das ich es danach nie wieder versucht habe, bis jetzt. Angelika hat mir geholfen und mir beigebracht, wie man die Ferse strickt. Jetzt ist meine Socke fertig und morgen beginne ich die zweite, solange ich  nachfragen kann, wie es geht.

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Geschafft, die Ferse ist gestrickt.

Es war ein ruhiger regnerischer Tag. Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken. Anke hat geschrieben und eine Mail von Giesela. Die Beiden sind vom Alltag ganz schnell eingeholt worden. Sie lesen meine Seite und erfahren auf diese Weise, was hier so passiert. Ich denke, der geschützte Raum fehlt Ihnen. Hier gibt es immer Jemanden, der für uns da ist. Giesela schreibt, das sie sich in meinen Kinder – Geschichten wieder findet. Das ist so traurig und gleichzeitig so gut, zu erfahren, das ich nicht allein mit meinen Gefühlen bin.

Ein ruhiger und nachdenklicher und sehr kreativer Tag………………………..

Heute abend haben wir unter der Anleitung von Monika gefilzt. Ich hatte einen schönen Stein. Den habe ich eingefilzt und danach einen Ausschnitt freigelegt.

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Stein und Filz

 

Ich bin jeden Tag, an dem die Heimfahrt näher kommt, nervöser. Muskel- und Gelenkschmerzen sind wieder da. Harald hat geschrieben, das heute ein Brief der Geschäftsführung kam. Sie möchten bis Freitag wissen, wie es mit mir weiter geht………..Ich verstehe das. Fakt ist, das ich vorläufig noch nicht wieder arbeitsfähig bin. Wir werden erleben, was folgt. Am Donnerstag ist gleich ein Termin bei meiner Therapeutin. Wir werden dann erst einmal besprechen, was folgt…….Ich werde wieder leicht panisch.

22.06.2013     21:00 Uhr

Bis um 8:00 Uhr habe ich heute geschlafen. Frühstück ließ ich ausfallen. Es war noch Papierkram zu erledigen. Das ist jetzt erledigt. Danach bin ich nach Soest gefahren um ein wenig Naschwerk für unsere kleine Abschiedsfeier zu besorgen.

Um 14:00 Uhr habe ich den großen Tisch eingedeckt und unsere kleinen Geschenke             ( Stefan und ich ) verteilt. Später kam Ines dazu und hat auch kleine Päckchen an die Plätze gelegt.

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Erbeertorte mit Schlagsahne

Stefans Mann Werner hat Erdbeertorte, Schlagsahne und Kaffee mitgebracht. Es war so schön und Päckchen auspacken brachte Überraschungen ans Licht. Die Menschen um uns herum dachten, es wäre Geburtstag. Jeder von uns kann jetzt gut gehen.

Später begann ich damit, einige Dinge zu packen, die Harald morgen mitnimmt. Ich bin traurig. Dieser geschützte Raum hier……….und ich freue mich auf Harald und auf unseren Hund. Ich hoffe, sie erkennt mich wieder.

 

21.06.2013     9:00 Uhr

Mein Strandkorb ist noch nass vom Regen. Ich habe mir ein dickes Handtuch reingelegt und nun sitze ich wieder in der Sonne. Mein Programm ist überschaubar. Blutdruck messen , wiegen ( + 1 Kg ) bestimmt Muskelmasse und um 15:00 Aquatraining. Also ein entspannter Tag.

Als ich heute morgen wach wurde, fiel mein erster Blick auf Püppi. Mein erster Gedanke, als  ich sie sah: „Du siehst ziemlich traurig aus und etwas unförmig, also eher wie ein Zombie.“  Ich habe mir versprochen, sie lieb zu haben. Klingt total albern für eine erwachsene Frau. Es ist ein Versuch und vielleicht gelingt es mir, diese tiefe Traurigkeit zu überwinden. Auch Zombies wollen lieb gehabt werden.

Püppi oder Zombie.....

Püppi oder Zombie…..

Ich hatte noch einen Gedanken, als ich Püppi ansah. Meine Eltern haben mich immer als Trampel tituliert. Jetzt kann ich spüren, wie sehr es mich immer verletzt hat. Ich war ein ungeschicktes Kind, schnell gewachsen und unkoordiniert. Mir sind öfter Dinge aus der Hand gefallen. Geschirr war dann immer gleich kaputt. Das Familientrampel zu sein ist heute noch Aua. Tränen…….Heute bin ich ungeheuer achtsam und geschickt und mir geht nur sehr selten was kaputt.  Püppi sieht genauso aus, wie ich mich als Kind gefühlt habe.

Ich hatte nie das Gefühl, ich könnte hübsch sein oder schöne Haare oder irgendwas Besonderes an mir haben. Meine Mutter hat es mir nie gesagt. Ich war entweder viel zu dick oder viel zu ungeschickt oder dreckig oder das häßliche Entlein.  Meine Kleidung war meistens aufgebraucht von Anderen. Mein Schwester war die Hübsche. Ich sah meinem Vater ähnlich. Meine Mutter hat mir das nie verziehen. Das sitzt ganz schön tief. Ich habe immer versucht, so zu sein, wie ich dachte, das meine Mutter mich lieben könnte. Es ist mir nicht gelungen und jetzt ist es ohnehin zu spät. Seit 27 Jahren gibt es keinen Kontakt zwischen uns.

Vielleicht ist es gut, das es Püppi stellvertretend für das kleine Mädchen in mir gibt……………………………….

Am Frühstückstisch hatte ich ein langes Gespräch mit Martin, dem Major……..

Foto

 

Jetzt werde ich mein „Projekt Stefan“ vorantreiben. Ich werde eine Leinwand mit den Worten “ Ja aber“ und eine Leinwand mit den Worten “ nein Danke“ bemalen. Er weiß dann schon Bescheid. Morgen gibt es zum Abschied Erdbeertorte von  Stefan. Er ist mir ein guter Freund hier. Schwule Männer sind einfach cool….

 

 

19:00  Uhr

Es geht nach Hause, am Mittwoch werde ich ins Leben entlassen. Das fühlt sich für den Moment seltsam, fast ängstlich an, mit etwas Bauchschmerzen. Kopfkino…… Also, tief durchatmen und erst mal den Papierkram erledigen. Am Sonntag kommt Harald und es fühlt sich gut an, wieder bei ihm zu sein……..Ich freue, mich meine Freundinnen zu sehen und Lennart und Lasse in den Arm zu nehmen und meine neuen Pläne in die Tat umzusetzen. Ab jetzt wird Alles anders.

Am Donnerstag werde ich meinen Therapietermin zu Hause wahrnehmen. Es gibt viel zu besprechen und ich werde die Traumatherapie beginnen um endlich Altlasten abzuschließen. Aus der Klinik werde ich als  „weiterhin arbeitsunfähig“ entlassen, um meine Therapie abschliessen zu können. Es überrollt mich gerade ein wenig……

23:00 Uhr

Stefan und Antje und ich waren im Titus und ich habe Hefeweizen getrunken. Ich gebe zu, ich bin ein wenig alkoholisiert. Aber Stefan war großartig und hat mich bis zu meinem Zimmer gebracht.

Stefan fährt am Dienstag. Es ist gut, das ich nach Hause fahren kann. Es gibt immer mehr Fremde. Stefan hat Harald und mich eingeladen, bei ihm ein paar Tage Urlaub zu geniessen. Mal schauen, was mein Mann dazu sagt. Ab Montag werde ich beginnen Koffer zu packen,  um in mein Leben zurück zu gehen. Morgen früh werde ich mal richtig ausschlafen………

 

 

20.06.2013    23:00 Uhr

Was für ein Tag………Ich habe verschlafen und es gerade noch zum Frühstück geschafft. Es war wunderbar. Morgens verschlafen gab es schon lange nicht mehr. Auf jeden Fall war ich so richtig ausgeruht.

Um 8:30 Uhr hatte ich einen Termin für mein therapeutisches Einzelgespräch. Heute hatte ich meine Zombies dabei. Meine Therapeutin war so begeistert von meiner Bewältigungsstrategie, das sie meine Zombies gleich fotografiert hat. Sie sagt, es hat was mit den Dämonen zu tun, die wir in uns tragen. Mit dem Anfertigen von Zombies kann ich sie vertreiben. Für mich funktioniert das sehr gut.

Zombies.......

Zombies…….

Mein letzter Zombie hat keinen Kopf und er bekommt auch keinen mehr. Dafür hat er alle Attribute eines Mannes. Jetzt weiß ich, warum er ist, wie er ist………..

Später habe ich die Tasche aus Filzwolle fertig gestrickt und gleich in die Waschmaschine gesteckt. Das Ergebnis hat mir gut gefallen. Nach dem Mittagessen bin ich wieder auf meinem Zimmer.

Püppi, mein kleines Mädchen.......

Püppi, mein kleines Mädchen…….

Aus der Filzwolle wurde eine Puppe und ich wußte, das es das kleine, traurige Mädchen ist, das in mir so viel Verzweiflung auslöst, wenn ich an sie denke. Den ganzen Nachmittag hat es gedauert, dann hatte ich den Rohling fertig. Danach in die Waschmaschine und den Rest des Abends habe ich mit der Fertigstellung verbracht. Sie ist nicht perfekt und das ist gut so. Perfektion ist so entsetzlich anstrengend. Es fühlt sich an, als könnte ich mich jetzt viel besser um sie kümmern und sie beschützen und sie vielleicht eines Tages so integrieren, das sie ganz selbstverständlich zu mir gehört. Ich spüre, das es noch Zeit braucht………..und ich werde sie Püppi nennen. So hat mein Großvater mich immer genannt.

Gestern ist meine Seite mal wieder abgestürzt. Harald hat heute den ganzen Tag damit verbracht, es wieder in Ordnung zu bringen. Mein wunderbarer, verständnisvoller, liebender Mann. Ich freu mich darauf, wenn er Sonntag kommt.

Morgen erfahre ich, wie lange ich noch hier sein werde……Es gibt wieder neue Kontakte nachdem alle abgereist sind. Ein gutes Gefühl.

 

19.06.2013  10:45 Uhr

Abschied – die Jungs sind fort. Ich war sehr traurig und dann hatte ich den Gedanken, welch Glück es war, das wir uns kennengelernt haben. Jede Münze hat zwei Seiten. Meine Gedanken verändern sich. Abschied ist nicht mehr nur traurig. Es gibt auch dieses Gefühl, da ist etwas Wertvolles geschehen und vielleicht gibt es ein Wiedersehen.

Ich bin jetzt wieder mehr für mich, nehme mir Zeit für meine Gedanken, habe Pläne im Kopf, entwickele neue Ideen.

Heute morgen als erstes Tanztherapie. Wir sollten uns zu zweit finden. Ich habe mich zu einer jungen Frau hingezogen gefühlt, die mir sehr sympathisch ist. Sie hat so viel mädchenhaftes und ich spüre Angst in ihr. Ich fühle, das ich gern ihr Vertrauen hätte. Vielleicht gelingt es…………..

Wieder ein neuer Gedanke. Um Glück zu fühlen, braucht es Mut, sich nach außen zu öffnen – Mut, Wertschätzung anzunehmen – Mut, Gedanken und Gefühle fließen zu lassen und Zufriedenheit mit dem, wie und was gerade ist oder kommt.

18.06.2013    13:00 Uhr

Und wieder in einem Stück geschlafen Das ist wie ein Geschenk.

Nach dem Frühstück hatte ich Morgengymnastik, diesmal im Freien. Fußreflexzonentherapie musste wegen Krankheit ausfallen. Also mal wieder der Strandkorb. Eines meiner Strickobjekte ist jetzt zum Teil fertiggestellt. Henriette Isadora…..ihr Name. Es fehlt noch der Kopf und diverse Feinheiten.

10.45 Visite…..heute wieder mit Akupunktur. Das ist wirklich großartig und es hilft. Meine Augen tränen fast nicht mehr und meinen Kniegelenken geht es deutlich besser. Ich habe hier in Allem Glück zur Verfügung. Die richtige Ärztin für mich, die perfekte Therapeutin für mich, Therapien die mir helfen und gut wirken, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft um mich herum. Und nun die FRAGE, was ist Glück.

das wahre Glück kommt von Innen.......

das wahre Glück kommt von Innen…….

WIR  SUCHEN  VON  AUSSEN  NACH  DEM  GLÜCK……..ABER  DAS  WAHRE GLÜCK KOMMT  VON  INNEN.                     aus Thailand

Dankbarkeit und Demut  im Herzen gehören dazu….. um Glück wahrzunehmen, musste ich den Schmerz in mir erst zulassen. Jetzt wird es leichter. Ich erkenne mein Glück jetzt, kann es zulassen und geniessen.

Robert hat heute abend etwas sehr Kluges gesagt. Es gibt hier keine Dosen zu verteilen. Man muss  einzelne Bohnen finden und für sich Etwas daraus entwickeln. Wir haben nicht mehr so viele Ausfahrten und sollten die wenigen, die uns bleiben, nutzen. Diese Reha ist eine der Ausfahrten…..

Heute Wasser – Shiatsu – Vor der Anwendung hatte ich ein Gespräch mit der Therapeutin. Wir haben die Woche nach der letzten Anwendung reflektiert. Mir ist dadurch etwas ganz Wichtiges klar geworden. ” Ich kann keine große Schwester mehr sein.” Das ist der Satz, den ich zu Ines gesagt habe. Es war das Erste mal , das ich es formulieren konnte und es war befreiend. “Ich muss keine große Schwester mehr sein.” Ich weiß nicht, wieso es so wichtig ist, aber ich spüre, das es wichtig ist. Die Therapeutin hat mich heute darin unterstützt. Die Therapie war wunderschön. Wieder das Gefühl, beschützt in einem Kokon gehalten zu werde. Ich wurde gehalten und ich konnte völlig loslassen. Danach habe ich zwei Stunden geschlafen. Es geht mir so gut. Es ist ein großes Glück für mich, das es Menschen gibt, die ihre Fähigkeiten für Menschen wie mich einsetzen und tatsächlich Heilung bewirken……..

Morgen reisen die Jungs ab…..sie werden mir fehlen……..Robert hat mir heute morgen ein Armband geschenkt, geflochten aus Peddigrohr. Es ist wirklich schön und ich werde es tragen, bis es eines Tages abfällt. Heute abend haben wir noch einmal zusammen gesessen, bei Wasser und Saft.

17.06.2013  19:30 Uhr

Wie war mein Tag?

Heute habe ich Anke verabschiedet und es war wieder Aua. Sie ist jetzt längst zu Hause. Ich hatte danach eine Wärmepackung und konnte gut entspannen. Bis zum Mittagessen saß ich strickend  im Strandkorb und genoß das schöne Wetter und heute Mittag waren Neuankömmlinge an unserem Tisch – ein sehr freundlicher Kommandeur/Major von der Bundeswehr.

Am Nachmittag Tanztherapie….ist nicht ganz einfach. Die ganze Gruppe ist neu zusammen gesetzt. Alles beginnt von vorn, oder neu, oder ganz anders. Heute war durch die Themen Betroffenheit, Unverständnis und Agression im Raum. Nachdem wir uns dann im Raum bewegt hatten, bat die Therapeutin uns, in den Garten zu gehen und Etwas mit zu bringen, was uns ins Auge fällt.  Ich musste nicht suchen. Ich ging direkt auf den Holunder zu und  pflückte eine große weiße Blüte, stellvertretend für Schutz und Heilung.

Ich fühle mich hier beschützt und in Teilen geheilt. Im Raum war es mir ein Bedürfnis, meinen Holunder in all die trockenen Äste und Steine zu legen und diese sahen plötzlich nicht mehr so bedrohlich aus. Ich wünsch jedem Einzelnen eine heilsame und beschützte Zeit in diesem Haus. Es gibt so viele Möglichkeiten sich darauf einzulassen und Einsichten zu gewinnen. Und das Leben verändert sich zum Positiven. Manchmal muss es eben wehtun, bevor man es verändern kann.

Es geht mir gut hier und ein wenig Angst vor zu Hause begleitet mich. Das Gefühl, wie es sein würde, wenn alle abreisen und ich bleibe, das konnte ich mir vorher nicht vorstellen. Jetzt ist es schwierig.

22:15 Uhr

Mit Silke und Conni war ich noch im Biergarten und morgen abend werden wir geminsam mit Stefan einen Döner essen.

16.06.2013  21:20 Uhr

Heute Morgen bin ich erst um 8:30 Uhr aufgewacht. Geschlafen habe ich ohne Unterbrechung. Es tut so gut, schlafen zu können……

Der gestrige Abend war wirklich schön. Wir haben bei Titus gesessen und ein wenig Wein getrunken. Später kamen noch Einige dazu und um Mitternacht waren wir wieder pünktlich in der Klinik. Die Anke ist ein toller Mensch. Wir haben das erste Mal wirklich Etwas voneinander erfahren und ich fühle mich sehr wohl in ihrer Nähe.

Mein Liebster war heute da……Essen im Torhaus und eine Seekreuzfahrt bei gutem Wetter. Es war so schön. Wir sind dann zurück in die Klinik, haben uns auf mein Bett gekuschelt. Ich fühle mich sehr beschützt, wenn er bei mir ist.

Herz an Herz......

Herz an Herz……

Wir sind Arm in Arm eingeschlafen und er hat überhaupt nicht geschnarcht. Das ist das Einzige, was nicht schön ist. Mein Harald ist so weit weg und mir fehlen seine Liebe und Nähe und Zuwendung. Ich bin gerade ziemlich traurig, das er wieder weg ist.

Irgendwann habe ich in einem Gespräch hier gesagt, das es gut wäre, wenn man all die lieben Worte und kleinen Geschenke in eine Box täte und für schlechte Zeiten aufbewahrt. Dann könnte ich mir wieder in Erinnerung  rufen, wie positiv die Menschen auf mich reagiert haben. Wie sehr sie meine Fähigkeiten schätzten, das ich ein besonderer Mensch bin usw.  Heute kam der Jörg zu mir und schenkte mir eine Trostbox mit Trostschokolade und lieben Worten. Ich habe mich riesig gefreut. Anke fährt morgen und schenkte mir ein Filztäschchen mit einem Ring und einem Schutzengel für mein Armband und einem besonders liebevollen Brief.

Der Hirsch..........

Der Hirsch……….

Stefan hat mir ein kleines Geweih aus seiner väterlichen Sammlung geschenkt. Ich werde es vergolden und bearbeiten. Mal schauen, was mir dazu einfällt.

Ich bin damit auf mein Zimmer und vor Rührung und Betroffenheit über so viel liebevolle Zuwendung habe ich geweint. In die Box habe ich all die vielen Karten und Geschenke gepackt. Bis auf das Geweih passt Alles hinein. Es ist ziemlich überwältigend, soviel Zuspruch und Aufmerksamkeit zu bekommen.

 

Es gibt auch andere Stimmen. So böse Sätze, wie :

” Wieso hat die Verlängerung und ich nicht. Die macht doch hier nur Urlaub.” Meine Tochter würde jetzt sagen: ” Mama, die sind nur neidisch.” Und da es wirklich wenig böse Stimmen sind, belastet es mich nicht. Die positiven Rückmeldungen überwiegen bei Weitem.

15.06.2013  9:00 Uhr

Wir hatten abends gutes Wetter ohne Regen. Die Bratwürstchen im Brötchen waren lecker und Wein und Sekt haben später für eine entspannte Atmosphäre gesorgt.

Der gestrige Abend hat mich sehr nachdenklich werden lassen. Themen waren Klarheit, Ausgrenzung – oder nicht, Meinungsbildend durch Internet, persönliche Vorteile usw. Ich mittendrin……… Ergebnis:

Klarheit im Handeln und in der Aussage hilft Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen und Ausgrenzung zu verhindern. Es lohnt sich für Jeden darüber nachzudenken.

– Wer im Forum der Klinik unter seinem Namen schreibt, hat unter Umständen Vorteile zu erwarten. Ob beabsichtigt oder nicht. So die Meinung von Anderen. Die Klinik ist ein Wirtschaftsunternehmen und um gute Presse bemüht. Diese Option steht Jedem zur Verfügung. Ich denke nicht, das es ein Grund ist, weshalb Therapiepläne sind wie sie sind oder das Schwestern vielleicht zum Einen freundlicher sind, als zu Anderen. Das sind subjektive Wahrnehmungen und hängen für mich mit den handelnden Personen zusammen oder damit, wie ich Menschen begegne oder wie die eigene Wahrnehmung Situationen erfasst.

Schwierig wurde es, als Ines meinte, ich wäre ihre große Schwester. Mir schossen sofort Tränen ins Gesicht. Sie hat es liebevoll gemeint und hatte keine Ahnung, was es in mir auslöst. Ich kann Niemandes große Schwester mehr sein. Das löst in mir große Krise aus. Ich war große Schwester mit drei Geschwistern, chaotischen Familienverhältnissen und wahnsinnig viel Verantwortung für ein kleines Mädchen. Ein Grund, weshalb ich hier bin. Dieses Paket werde ich dringend bearbeiten müssen………

Übrigens Paket. Ich bekam heute am Empfang ein Päckchen von Lennart und Lasse. Große Überraschung und riesengroße Freude. Wir haben es im Foyer geöffnet und Alle waren genauso gespannt, wie ich. Naschwerk und Bilder und ein Büchlein und Kaffee und als Highlight glitzernde rosa und weiße Glasnuggets und rosa Blumen und und und. Es war ganz wunderbar. Danke meine Freunde, damit habt ihr mir eine große Freude gemacht. Und nicht nur mir. Für die Zuschauer war es genauso schön…………….

Um 10:00 bin ich mit Anke verabredet. Wir haben einen Ausflug geplant.

20:00 Uhr

Anke - das Lächeln der Mona Lisa

Anke – das Lächeln der Mona Lisa

Unser Ausflug war sehr schön. Wir waren für einen Tag Prinzessinnen. Aussteller in einem Schl0ß mit viel Kunsthandwerk, hochwertigen Materialien und kulinarischen Köstlichkeiten. Wir haben uns Käse und Heidelbeersenf mitgenommen fürs Abendessen. Mmmmhhhhhhhh lecker.

Wir sind hier auf einer Insel……das konnte ich heute wieder erleben. Totale Reizüberflutung im Schloß und damit verbunden, Erschöpfung. Aber schön war es. Ich mag die Anke sehr……Wir werden gleich noch ein Bier trinken gehen….

Morgen kommt mein Harald mich besuchen. Ich bin schon sehr aufgeregt…….

 

14.06.2013  10:00 Uhr

Jörg - ein toller Typ und ein toller Fotograf

Jörg – ein toller Typ und ein toller Fotograf

Gestern abend hat Jörg seine traumschönen Fotos aus der Umgebung und von unseren kleinen Festen gezeigt. Es sind wirklich tolle Fotgrafien und ich finde, er sollte mindestens ein Ausstellung organisieren oder eine eigene Seite mit seinen Fotos gestalten. Ein paar davon hat er mir zur Verfügung gestellt und sie werden hier eingearbeitet. Herzlichen Dank dafür.

Ich sitze im Strandkorb und die Sonne scheint. Die Temperaturen könnten wärmer sein. Und doch, ein wunderschöner Morgen. Meine Morgengymnastik in der Sporthalle habe ich schon absolviert. Ich fühle, das ich viel mehr Kondition besitze, als am Anfang. Ein gutes Gefühl.

Seit einer Woche schlafe ich jede Nacht durch, mindestens 6 – 8 Stunden. Das ist wirklich erholsam und es zeigt mir, das es mir viel besser geht. Meine Musik am frühen Morgen: “AN TAGEN WIE DIESEN…” VON DEN TOTEN HOSEN.  Mindestens fünf mal gespielt …..

Heute werde ich erfahren, ob ich eine 7. Woche hier bleiben werde. Ich bin auf einem guten Weg und es soll dazu dienen, mich weiter zu stabilisieren, um gestärkt für die Traumatherapie zu sein. Die Rentenversicherung muss noch zustimmen. Frau Dr. Ihlow, die Chefärztin, hat es vorgeschlagen. Ich darf gespannt sein. Eine 7. Woche ist ziemlich selten hier im Haus.

13:00 Uhr

Mein Termin bei meiner Therapeutin war entspannt wie nie zuvor. Sie hat mir gesagt, das ich eine sehr positive Ausstrahlung habe und das RIESENfortschritte zu erkennen sind. Die kleine Editha ist noch sehr präsent und muß von der großen Editha beschützt und getragen werden und das noch eine ganze Weile und das ist völlig in Ordnung. Von meinem Zombie war sie sehr begeistert. Therapeutisch ist mein Zombie ein voller Erfolg. Die Buchhandlung in Soest hat jetzt mehere Exemplare bestellt, wegen des reißenden Absatzes. Ich hätte da noch ein weiteres Buch. Kleine Monster zum Häkeln. Alles wird gut……..

Die 7. Woche ist genehmigt aber noch nicht in Sack und Tüten. Frei sind im Moment zwei zusätzliche Tage und wenn in den nächsten zwei Wochen Jemand geht oder absagt, habe ich die 7. Woche vollständig. Mal schauen, was passiert. Auf meinem Plan für nächste Woche ist noch einmal Wassershiatsu vorgesehen. Ich freu mich.

Ab 18:00 Uhr feiern wir den Geburtstag von Willi und Dirk. Für heute ist dies mein letzter Eintrag. Morgen mehr…….

13.06.2013  20:00 Uhr

Heute morgen habe ich Dirk auf der Treppe erwischt. Er wollte sich schon davon schleichen……. fest gedrückt und zum Geburtstag gratuliert…… er war sehr gerührt von seinem Geburtstagstisch.

Es war ein sehr schöner Tag heute. Ich bekam Massage und Fußreflexzonentherapie und das Besondere heute, Wassershiatsu……Die Therapeutin hat zuerst ein Gespräch mit mir geführt. Wie mein Verhältnis zum Wasser ist und wir haben über mich und das kleine Mädchen in mir gesprochen……viele Tränen…..sie hat mich eingeladen, mich von ihr und dem warmen Wasser tragen zu lassen. Und genau das habe ich getan. Sie hat mich getragen und meinen Körper an Rücken, Füßen und Händen massiert, mich durch das Wasser gleiten lassen und sie hat Melodien gesummt. Ich wurde völlig schwerelos. Es war ein Gefühl wie in einem sicheren Kokon zu sein. Beschützt und beschützt und beschützt und viel zu schnell vorbei. Als es vorbei war, war ich völlig sprachlos und konnte nur noch DANKE sagen.

Zu Hause mit Harald fühlt es sich ähnlich an, wenn wir im Thermalbad sind und Harald mich im warmen Wasser hält und gleiten lässt. Dann fühle ich mich beschützt. Es wird noch Viele von diesen Situationen geben müssen, damit das kleine Mädchen in mir Sicherheit und Schutz dauerhaft spüren kann. Wie gut, das mein Mann ein Langstreckenläufer ist und wie gut, das er so viel Geduld mit mir hat.

Es macht mich unendlich traurig, das es so nötig ist und es ist so unglaublich beruhigend, zu wissen, das es diese Möglichkeit der Heilung für mich gibt. Es sind kleine, aber sehr wichtige Schritte für mich.

Am Nachmittag hat Dirk uns zum Geburtstagskaffee in sein Zimmer eingeladen. Wir haben zusammen angestoßen und viel Spaß gehabt. Die gemeinsame Geburtstags – Party von Willi und Dirk steigt am Freitagabend ab 18:00 Uhr in Therapieraum 13 ( unten am See auf der Wiese).

Morgen ist mein wöchentliches Therapiegespräch. Für heute genug…..

 

12.06.2013  22:30 Uhr

Mein Tag war gut, Heute morgen mit Tanztherapie begonnen, danach eine Wärmepackung. Wirbelsäulengymnastik ist ausgefallen wegen meiner Kniegelenke. Es ist schmerzhaft. Am Nachmittag habe ich geschlafen.

Als ich zum Frühstückstisch kam, lagen wieder Geschenke auf meinem Platz. Eine liebevolle Karte und ein Kleeblatt in Glas eingegossen. Giesela ist heute abgereist und auf diese Weise hat sie sich von mir verabschiedet. Abschied ist ein wirklich großes Thema. Jeden Tag reist Jemand ab, den ich gut kennengelernt habe. ” Abschied ist ein scharfes Schwert.” Da ist wirklich etwas dran. Ich fühle mich immer gleich ein wenig verlassen. Ich weiß, das es in meiner Geschichte begründet ist und vielleicht lerne ich hier, es etwas gelassener zu nehmen. Die schönste Überraschung heute ist eine Mail von Gerti. Es ist ihre erste und die ging an mich. Ich habe mich riesig gefreut und natürlich gleich geantwortet. Durch diese Mail ist das Gefühl, verlassen worden zu sein, gleich aufgehoben. Danke Dir meine Gerti…….

Seit gestern sitze ich an einem anderen Tisch auf dem Platz von Gerti. Dirk sitzt auch an diesem Tisch und hat morgen Geburtstag. Wir haben gerade eben den Geburtstagsplatz vorbereitet. Ich werde berichten, wie Dirk es aufgenommen hat.

Heute bekam ich einen neuen Terminplan. Morgen um 13:45 bekomme ich Wassershiatsu. Ich bin wirklich gespannt. Frau Dr. Ihlow hat sich persönlich dafür eingesetzt. Herzlichen Dank dafür. Es soll ein Erlebnis ein.

 

11.06.2013  9:40 Uhr

Heute morgen ist Gerti gefahren und ich bin trauriger, als ich dachte. Abschiedstränen…

Willi hat heute Geburtstag. Am Nachmittag werden wir Beide einen Ausflug starten. Etwas bummeln und gemeinsam Essen gehen. Er ist so traurig. Vielleicht kann ich ihm ein echtes Lächeln ins Gesicht zaubern und vielleicht wird es für ihn ein wirklich freundschaftlicher und unvergesslicher Geburtstag.

Ich gehe gleich zur Arztvisite und um 11:40 habe ich einen Termin mit der Chefärztin. Es geht um meine Zukunft. Ich hoffe, das unsere Einschätzungen meiner Person nicht zu weit auseinander gehen und das sie meinen zukünftigen Weg unterstützt. Dann wird Alles gut.

Meine Tochter

Meine Tochter, ein Geschenk

Meine Tochter hat eine liebevolle Mail geschickt. ” Mein Kind, ich spüre sehr genau, das wir für uns und mit uns eine ganz besondere Beziehung haben. Ich liebe Dich sehr und bin in Gedanken immer bei Dir.  Umarmung…..”

20:00 Uhr

Ja, der Willi hat sich mit seinen Verabredungen ein wenig verzettelt. Wir haben unseren Ausflug auf morgen verschoben. Dafür hat er mich zu Kaffee und Kuchen ins Torhaus eingeladen.

Stachelbeerbaiser - so lecker

Stachelbeerbaiser – so lecker

Heute nachmittag war freies Werken auf meinem Plan. Ich hatte total nette Unterstützung. Meine Idee war, aus Sperrholzresten ein Collier zu zaubern. Ich habe kleine Sperrholzreste aus dem Abfall genommen und mit Schmirgelpapier geschliffen. Das Sperrholz hat an der Stelle, wo ein Loch gebohrt werden sollte, nur einen Durchmesser von 5 mm. Im Werkraum bot Heimo mir seine Hilfe an und ich habe dankend angenommen. Er brachte am Wochenende von zu Hause kleine Bohrer und einen Aufsatz für den Standbohrer mit. Heute war es soweit. Es hat super funktioniert. Feine Bohrlöcher ohne das das Holz gesplittert ist. Ich war sehr dankbar dafür. Allein wäre es sehr schwierig geworden. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön. Ich beschäftige mich jetzt mit den Feinarbeiten. Wenn mein Collier fertig ist, werde ich ein Foto an dieser Stelle zeigen.

Mein Gespräch mit der Chefärztin Frau Dr. Ihlow war sehr gut. Wir haben über Alles gesprochen und sind zu einem gemeinsamen Ergebnis gekommen. Sie ist wirklich freundlich, umsichtig und sehr wertschätzend und sie hat eine weitere Woche Verlängerung vorgeschlagen. Ich bekomme in den nächsten Tagen Bescheid, ob es funktioniert.

Im Moment sind beide Kniegelenke leicht entzündet. Ich bin eben doch ein Pinguin…….

 

10.06.2013  11:00 Uhr

Was passiert mit mir ? Ich wache ausgeruht und fröhlich auf, habe gut geschlafen und das Gefühl, das Alles gut wird. Ein Lied auf den Lippen, gute Laune verbreitend sitze ich am Frühstückstisch. Dasselbe Gefühl hatte ich gestern und vorgestern. Es fühlt sich nach Heilung an.

Meine Fußreflexzonentherapie ist nicht mehr so schmerzhaft, wie noch letzte Woche. Wir haben heute besprochen, das ich nächste Woche noch zwei Termine zusätzlich bekomme um die Wirkung zu intensivieren und vielleicht sogar abzuschließen.

Ich schwebe durch die Klinik, ein ganz klein wenig über dem Boden. Meinen Mitpatienten schenke ich ein strahlendes Lächeln. In der Regel bekomme ich Eines zurück. Das Therapeutenteam nimmt mich ernst, vertraut meiner Wahrnehmung und dadurch habe ich wieder Vertrauen in mich gewonnen. Ich kann mich ganz und gar auf Tanztherapie und Fußtherapie konzentrieren.

09.06.2013  19:40 Uhr

Ich habe meinen Zombie gestrickt und hier in der ” Anstalt ” große Begeisterungsstürme ausgelöst. Das Buch wird reißenden Absatz finden. Nur allein das Stricken war ein befreiendes Gefühl und hat gute Laune produziert. Ich habe ganz offensichtlich ein Bedürfniss bei vielen Mitpatienten geweckt. Es gibt jede Menge Bestellungen, aber der eigentlich therapeutische Effekt ist die eigenhändige Herstellung eines eigenen Zombies. Ich habe keine Bestellung angenommen.

23:00 Uhr

Es war ein schöner Abend im Foyer. Nächste Woche reisen Einige von uns ab. Vier Wochen bin ich jetzt hier und wir sind so eng zusammen gewachsen. Jeder reist ganz unterschiedlich ab. Einer weiß, das er private Entscheidungen treffen muß und es ist wahnsinnig schwierig für ihn, in welche Richtung er sich entscheiden soll. Andere haben einen Plan für die Zukunft. Wieder Andere sind unzufrieden mit dem Ergebnis und so setzt es sich fort. Der Abschied fällt Allen schwer. Jeder kennt ein wenig die Geschichte des Anderen, findet sich darin wieder oder nicht, hat Freundschaften, vielleicht sogar für`s Leben, geschlossen. Wenn man gemeinsam in einem Boot sitzt, nimmt man seinen Nachbarn ganz neu wahr. Robert sagt immer, wir befinden uns im offenen Vollzug………mit einem charmanten Grinsen im Gesicht. Gerti und Giesela reisen am Dienstag ab. Jetzt werde ich allein stricken müssen. Willi würde gern noch länger  bleiben, weil es ihm so gut geht und der immer aktive Dirk schaut auch nicht so glücklich aus, wenn er an Abschied denkt. Ich habe Verlängerung. Das heißt, sie reisen alle vor mir ab. Ich bin gern noch hier und ich bin sehr traurig, das meine Vertrauten nicht mehr bis zu meiner Abreise hier sein werden.

Heute dachte ich, in meinem Kopf hat es klick gemacht. Ein Schalter ist umgelegt und ich kann mit Mut und Zuversicht in die Zukunft blicken. Das geht nicht Allen so. Allein dafür war der Weg hier her für mich so wichtig.

Und bevor ich jetzt rührseelig werde, gehe ich schlafen. Morgen früh um acht Aquatraining bei der “Wahnsinnigen”, wie es heißt. Da soll es richtig zur Sache gehen. Ich bin gespannt…………

08.06.2013  17:30 Uhr

Ein schöner Tag bis jetzt. Ich bin mit Gerti und Antje bei strahlendem Sonnenschein nach Neheim gefahren und wir haben den ganzen Vormittag gebummelt und Kaffee getrunken und erzählt. Am Nachmittag waren wir zum Essen im Torhaus in diesem traumschönen Garten, und wieder Gespräche und entspannte Stimmung. Ein wirklich schöner Tag.

Es geht mir so gut. Jeden Tag spüre ich, das wieder ein wenig mehr von meiner alten Stärke zurückkehrt. Es ist fast so, als würde ich meine alte Fröhlichkeit und Gelassenheit wieder gewinnen. Ich weiß sehr genau, wie verzweifelt ich in den letzten 18 Monaten war. Das Gefühl, mein Leben sei zu Ende. Ich mußte hierher kommen, damit wildfremde Menschen mir sagen, welch wunderbare Fähigkeiten und Talente ich besitze und das genau das an mir so besonders gewertschätzt wird. Diese Wertschätzung hat viel in mir ausgelöst oder abgelöst. Ich kann so viel, ich muss nur selbst daran glauben. Das weckt Stärke und Selbstvertrauen in mir. Es steht noch auf wackeligen Füßen, aber es fühlt sich gut an.

Zu Beginn der ” Rehabilitation ” gab es einen Fragebogen.

Frage: “was wünschen sie sich für die Zukunft?”  Antwort: ich möchte wieder Lachen können und Spaß erleben und ich möchte wieder arbeiten können.

Rückblickend kann ich sagen, ich lache wieder mehr und ich erlebe wieder Spaß und ich weiß jetzt, das ich wieder arbeiten werde. Nicht sofort, aber in absehbarer Zukunft. Diese Fortschritte sind ein kostbares und zerbrechliches Gut. Ich muß gut darauf achten und dieses Gut für mich beschützen.

" Rehabilitation "   Strick Dir einen Zombie

“ Rehabilitation “ Strick Dir einen Zombie

 

In der Buchhandlung habe ich ein Buch gekauft. ” Strick Dir deinen Zombie ” . Und genau das werde ich tun. Statt mich zu quälen, werde ich zukünftig ein paar Zombies quälen.

07.06.2013  21:20 Uhr

Ich bin fast glücklich. Es geht mir immer noch gut und ich spüre den Mut in mir. Ich trau dem Frieden noch nicht so ganz. Und doch, es fühlt sich gut an.

Meine Terminplan wurde gestern sofort verändert. Heute nur zwei Termine – freies Werken und Aqua-Training. Ein ziemlich entspannter Tag bei herrlichem Wetter hier am Möhnesee. Das Aqua-Training war super und beim Werken habe ich Geschenktüten mit Schleifenband und Knöpfen dekoriert.

 

" Rehabilitation "  Papiertüten

“ Rehabilitation “ Papiertüten

Gerti hat gefragt, ob wir am Nachmittag Cabrio fahren könnten. Das hab ich sehr gerne getan. Wir waren vier Frauen und haben einen Ausflug rund um den See gestartet. Dazwischen waren wir im Bruchhaus und haben uns Kunsthandwerk angeschaut.  Im Auto haben wir vier laut gesungen zu der Musik von ” Herzen in Terzen “  Es war wunderbar.

Als wir zurück waren, fragten die Jungs, ob ich Lust hätte einen Ausflug mit dem Cabrio zu starten. —- OK, also wieder alle ins Auto und ins Cafe`Solo an der Staumauer gefahren. Ein sehr schöner Ort mit Blick auf den See, aber das Essen eine Katastrophe und viel zu teuer. Wir haben uns gut unterhalten und das alkoholfreie Weizen war auch gut. Anke und Gerti und Jürgen sind in einem anderen Auto mitgekommen.

Danach hatte ich das dringende Bedürfnis allein zu sein. Ich habe deutlich gespürt, das meine ganze Wahrnehmung und Aufmerksamkeit wieder sehr auf Andere gerichtet war und das ist völlig OK,  kostet mich aber viel Energie. Immerhin spüre ich es und kann für mich sorgen.  Jetzt sitze ich auf meinem Balkon, höre Musik, die Harald für mich aufgenommen hat, schreibe an dieser Stelle und es geht mir wieder gut.

Mein Terminplan für nächste Woche passt jetzt auf eine DinA4 Seite. Die letzten Wochen waren es immer zwei Seiten. Ich bin sehr froh darüber. Es entlastet mich und gibt mir Kraft, mich auf die wenigen Angebote voll zu konzentrieren.

Es fühlt sich an, als ob “Rehabilitation” in meinem Fall erfolgreich sein wird.

Von der Schwester habe ich ein Medikament gegen Verstopfung bekommen…….Es ist soviel passiert. Mein Körper benötigt noch ein paar Tage um das zu verstehen.

Ich bin fast glücklich. Es geht mir immer noch gut und ich spüre den Mut in mir. Ich trau dem Frieden noch nicht so ganz. Und doch, es fühlt sich gut an.

Meine Terminplan wurde gestern sofort verändert. Heute nur zwei Termine – freies Werken und Aqua-Training. Ein ziemlich entspannter Tag bei herrlichem Wetter hier am Möhnesee. Das Aqua-Training war super und beim Werken habe Geschenktüten mit Schleifenband und Knöpfen dekoriert.

Gerti hat gefragt, ob wir am Nachmittag Cabrio fahren könnten. Das hab ich sehr gerne getan. Wir waren vier Frauen und haben einen Ausflug rund um den See gestartet. Dazwischen waren wir im Bruchhaus und haben uns Kunsthandwerk angeschaut.  Im Auto habe wir vier laut zu gesungen zu der Musik von ” Herzen in Terzen “  Es war wunderbar.

Als wir zurück waren, fragten die Jungs, ob ich Lust hätte einen Ausflug mit dem Cabrio zu starten. —- OK, also wieder alle ins Auto und ins Cafe`Solo an der Staumauer gefahren. Ein sehr schöner Ort mit Blick auf den See, aber das Essen eine Katastrophe und viel zu teuer. Wir haben uns gut unterhalten und das alkoholfreie Weizen war auch gut. Anke und Gerti und Jürgen sind in einem anderen Auto mitgekommen.

Danach hatte ich das dringende Bedürfnis allein zu sein. Ich habe deutlich gespürt, das meine ganze Wahrnehmung und Aufmerksamkeit wieder sehr auf Andere gerichtet war und das ist völlig OK,  kostet mich aber viel Energie. Immerhin spüre ich es und kann für mich sorgen.  Jetzt sitze ich auf meinem Balkon, höre Musik, die Harald für mich aufgenommen hat, schreibe an dieser Stelle und es geht mir wieder gut.

Mein Terminplan für nächste Woche passt jetzt auf eine DinA4 Seite. Die letzten Wochen waren es immer zwei Seiten. Ich bin sehr froh darüber. Es entlastet mich und gibt mir Kraft, mich auf die wenigen Angebote voll zu konzentrieren.

Von der Schwester habe ich ein Medikament gegen Verstopfung bekommen…….

 

06. Juni 2013  9:30 Uhr

Heute morgen konnte ich gut für mich sorgen. Ich hatte um 7:40 Uhr Fußreflexzonentherapie und um 8:30 Uhr mein psychologisches Einzelgespräch. Nach vielen Überlegungen und gefühlter Wertschätzung hier im Haus, liegt mein Weg jetzt ganz klar vor mir. Mit meiner Therapeutin habe ich meinen Therpieplan auf ein, für mich verträgliches, Maß sortiert. Einige Maßnahmen wurde komplett heraus genommen. Jetzt habe ich mehr Luft, und die Reflexzonentherapie und Tanztherapie können in Ruhe in mir arbeiten.

Wir haben über meine Zukunft gesprochen und wir sind uns einig, das ich auf einem guten Weg bin. Nach der ” Rehabilitation” werde ich noch Zeit für die Psychotherapie und eine Traumatherapie haben müssen und dann werde ich mit meinem Plan neu durchstarten.

Ich bin so glücklich darüber, das in mir so viel Klarheit herrscht, das ich mich wieder als wertvoll betrachten kann, das ich in der Lage bin, Pläne zu entwickeln und den Mut spüre, es anzupacken. Drei Wochen bin ich jetzt hier und es war Hartcore und es hat mich wieder zu mir und meinem Selbst geführt. Ich spüre, das ich noch Zeit brauche, um so leistungsfähig zu werden, wie ich das mal war. Ich spüre auch, das es mir gelingen wird.

Harald ist großartig. Er unterstützt mich in jeder Weise. Heute ist unser 10. Hochzeitstag und er kommt mich besuchen. Wir werden eine traumschönen Nachmittag miteinander verbringen. DIESER MANN IST MEIN GEGENSTÜCK und es fühlt sich so gut an.

05. Juni 2013  22:00 Uhr

Heute morgen ging es mir besser. ich habe viel darüber nachgedacht, was mit mir passiert. Ich bin ein hochsensibler und hochbegabter Mensch. Viele Therapien und viel Input und in mir arbeitet und denkt es ohne Ende. Ich werde morgen mit meiner Therapeutin meinen Therapieplan durchsprechen.

Beim Frühstück gab es eine Überraschung. An meinem  Platz lag ein Sträußchen Gräser mit einem Marzipanherzen und eine Schneekugel mit silbernen Herzen und einem Foto meiner Tischnachbarn. Ich war zu Tränen gerührt. Es war kein Geburtstag. Einfach nur so. Gerti hat mir einen Schutzengel als Kettenanhänger geschenkt und Anke hat mir liebevoll eine Karte geschrieben. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. So viel Wertschätzung in so kurzer Zeit. Danke an all die lieben Menschen um mich herum. Es ist ein so gutes Gefühl, wenn sich fast wildfremde Menschen um mich herum Gedanken um mich und für mich machen. Das ist für mich ganz besonders.

Heute abend gab es eine Abschiedsparty für Robert. Robert ist Soldat. Er war in Afghanistan. Robert hat darauf bestanden, das ich heute dabei bin. Wenn es mir nicht gut geht, würde er mich mit dem Rollstuhl fahren. Es war ein sehr schönes kleines Fest am See in der Sonne. Elke hat mich zum Italiener für ihren letzten Abend eingeladen, da hatte ich Robert schon zugesagt. Es geschieht soviel. Vielleicht bin ich ja doch ein liebenswerter Mensch und sollte weniger an mir zweifeln.

Für heute gute Nacht.

04. Juni 2013 22:00 Uhr

Es war viel zu verkraften heute. Ein Beratung bein Sozialdienst, damit alle Optionen geklärt sind und ein Akupunktur um mein rechtes Auge zu kurieren. Gespräch mit meiner Ärztin aufgrund zukünftiger Optionen. Danach Ergotherapie und während dessen habe ich schlapp gemacht. Plötzlich war mein Kreislauf weg. Mitpatienten, Krankenschwester usw. Ich wurde im Rollstuhl ins Schwesternzimmer gefahren und zur Beobachtung da behalten. Blutdruckmessen immer wieder. Der höchste Wert 100/80. Später wurde ich im Rollstuhl auf mein Zimmer gebracht. Großes Kino….einmal an der Caffeeteria und am Empfang vorbei. Den Rest des Nachmittages habe ich verschlafen. Robert rief an und fragte, wie es mir geht und ob ich Etwas brauche. Die Schwester hat mir Tee gebracht und noch einmal Blutdruck gemessen. 90/70. Ruhe und Achtsamkeit für mich ist jetzt wirklich ein Thema.

Ich werde meine Termine morgen reduzieren, mehr ausruhen und sehr achtsam mit mir umgehen.

Ein dickes Dankeschön an die Schwestern. Sie waren sehr liebevoll mit mir.

03. Juni 2013  18:30 Uhr

Ein sonniger Tag heute….

Heute habe ich die Tanztherapie ausfallen lassen. Vorher hatte ich Fußreflexzonentheapie. Diesmal war es wirklich heftig. Es hat sehr weh getan und danach hatte ich das Gefühl, als hätte ich die Hände in der Steckdose. Ich habe mich sofort auf mein Bett gelegt und bin tief eingeschlafen.

Meine Auge ist wieder am Arbeiten.  Meine Ärztin meinte, es könnte sein, das mein Auge total gestresst ist, weil ich soviel wahrnehme, in der Klinik viel passiert und ich möglicherweise keinen Filter einsetzen kann. Morgen wird sich mich akupunktieren und sie hat mir Übungen für Handyoga mitgegeben. Antibiotika ist keine Alternative mehr. Ich werde berichten, wie es sich entwickelt.

Im Klinikforum habe ich heute geschrieben, das überfüllte Werkräume contraproduktiv sind und keine therapeutische Wirkung haben. Ein Raum, der für 8 Personen ausreichend ist, wird mit 12 – 16 Personen belegt. Geht einfach nicht.

Insgesamt hatte ich einen ruhigen Tag und genau so werde ich ihn beenden. Mein Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein ist sehr groß. Jeden Tag so viele Menschen.

02. Juni 2013  18:00 Uhr

Mein Harald ist jetzt auf dem Weg nach Köln. Es ist so schön, wenn er da ist. Am liebsten würde ich in ihn hineinkriechen…..Ganz viel Wärme und Nähe und gespürte Liebe.

Gestern ging es mir nicht gut. Am Freitagabend waren es zwei Hefeweizen und ein Ouzo. Gefühlt war es gestern Morgen ein ganzes Fass Hefeweizen. Ich bin um 9:00 Uhr noch immer Karussel gefahren. Völlig unverständlich. Vielleicht liegt es daran, das mein Körper durch die Therpien sehr empfindlich reagiert. Die nächste Zeit werde ich es nicht mehr ausprobieren. Stattdessen war ich gestern Abend Eis essen. Bestellt habe ich ein Spaghetti-Eis und bekommen habe ich einen Suppenteller mit Spaghettieis. Viel zu viel, aber richtig lecker.

Mein neuer Therapieplan zeigt vier Termine  jeden Tag. Damit kann ich gut leben.

31. Mai 2013  5:00 Uhr

Ich spüre, das ich ein ganz wunderbarer Mensch sein kann, wenn man mich mich sein lässt. Warmherzig und schenkend, achtsam für mich und Andere, mit ganz viel Liebe, Wertschätzung, Großzügigkeit, Toleranz und Hilfsbereitschaft für die Menschen um mich herum.

Ein Mensch, mit dem ich sehr gern befreundet wäre und den ich lieben und achten würde.

Hier in der Klinik finde ich diesen wunderbaren Menschen in mir ganz langsam wieder. Es fühlt sich gut an und ich verspreche mir hier und jetzt und für jeden neuen Tag, das ich mich heute nicht in Frage stellen werde.

Rehabilitation - Seelenbalance

“ Rehabilitation “ – Seelenbalance

Jetzt fliessen wieder viele Tränen. Es fühlt sich so unendlich traurig an, das ich diesen wunderbaren Menschen in mir verloren hatte………..

14:00 Uhr

Das Mittagessen ist ein sehr beliebtes bzw. unbeliebtes Thema. Ganz ehrlich, es ist nicht so mein Thema. Es ist keine Gourmet-Küche, ok. Und über Kohlehydrate oder nicht kann man streiten. Aber die Torte und das Eis danach haben auch Kohlehydrate und runden die Hüften und werden reichlich verzehrt. An dieser Stelle muß Jeder Verantwortung für sich selbst übernehmen. Wenn mir das Mittagessn nicht schmeckt, esse ich mehr Salat und werde auch satt. Ich denke nicht, das es ein Riesenthema ist. Es ist wie mit dem Wetter. Darüber wird ebenfalls immer geschimpft. Man kann ein wenig für sich Selbst sorgen. Zum Beispiel mit leckeren Cocktailsoßen oder Meersalz oder, oder, oder. Wenn man ein Haar in der Suppe finden will, findet man Eines.

Meine Therapien habe ich für Heute beendet, geschafft, erledigt, Feierabend.

Um 15:00 Uhr habe ich eine Kaffeeparty mit den Jungs und heute Abend gehen wir ins Titus. Wein und oder Hefeweizen. Ich freu mich drauf.

30. Mai 2013  9:30 Uhr

Heute morgen bin ich um 7:30 Uhr völlig entspannt aufgewacht und fühlte mich glücklich. Immerhin eine Stunde länger als sonst. Gestern abend hatte ich eine Idee für Schlüsselanhänger und die sofort umgesetzt. Das war mit soviel Freude verbunden. Die Schlüsselanhänger bekamen heute Morgen die Damen an meinem Tisch. Es war eine Riesenfreude zu sehen, wie die Anderen sich freuen.

Ich hatte heute morgen das Gefühl, ich bin immer mehr ich Selbst. Ein freundlicher, fröhlicher und liebevoller Mensch, der seine Kreativität lebt und der Anderen gern ein Freude bereitet. Es tut so gut, nicht immer die große Verantwortung zu tragen, nicht ständig in Frage gestellt zu werden, nicht von unfreundlichen Menschen attakiert zu werden oder auf Wertschätzung für geleistete Arbeit  zu hoffen. Ich bin Gleiche unter Gleichen ( na ja, vielleicht doch ein wenig Paradiesvogel ). Ich werde wohlwollend wahrgenommen und die Menschen lächeln, wenn sie mich sehen. Es gibt so viel Wertschätzung für mich. Es hallt in mir nach, das so Viele sagen, welch wunderschönen Namen ich habe. Das ist mir vorher nie passiert. Da kullern gleich ein paar Tränen.

Für Heute werde ich dieses Gefühl in mir kultivieren und gut aufheben für weniger freundliche Tage.

Jetzt eröffne ich wieder mein Atelier und male. Mein Projekt sind Leinwände 15 x 15 cm, auf denen ich die Wochen in der ” Rehabilitation ” visualisiere. Acht Bilder gibt es schon und der Ausdruck vom Anfang bis Jetzt hat sich sehr zum Positiven verändert. Am Ende werde ich dann mein Gesamtwerk veröffentlichen. Ihr dürft gespannt sein.

Übrigens die Sonne scheint aus allen Löchern. Der Tag verspricht sehr schön zu werden.

19:00 Uhr

Ein entspannter Tag. Meine Bilder habe ich gemalt, ein kurzer Mittagsschlaf und stricken in der Sonne. Alles ist gut.

 

29. Mai 2013  21:00 Uhr

Rehabilitation

Rehabilitation

Ein schöner Tag heute. Ich habe zwei Termine nicht wahrgenommen und es geht mir gut. Nicht so erschöpft und nicht so müde. “ Rehabilitation “ heißt auch, achtsam mit sich umgehen. In dieser geschenkten Zeit habe ich gemalt. Ich bin ganz glücklich darüber, das mein Pinsel mit neuem Schwung über die Leinwand streicht. In meinem Kopf sprudeln wieder die Ideen .

Das Schönste war heute abend mein Postfach.

Als ich es öffnete, fand ich einen Zettel. Ich ging zur Rezeption und bekam ein Päckchen. Ich habe mich gefreut, wie ein kleines Mädchen. Ein Päckchen von Harald mit Lakritz und Marmelade, Pralinen und Shakalaka Soße. Das allerbeste war ein Liebesbrief. Und es kam völlig unerwartet. Eine zauberliche Überraschung. Danke dafür.

Heute habe ich ganz oft gehört, das mein Name wunderschön ist. Ich war ziemlich verlegen. So ist es mir noch nie gesagt worden. Es fühlt sich gut an.

Morgen ist ein Feiertag und ich werde das Frühstück ausfallen lassen und lange schlafen und so richtig Zeit für mich haben. Darauf freue ich mich besonders. Zeit für mich erscheint hier viel kostbarer als zu Hause.

Gute Nacht

 

28. Mai 2013  19:30 Uhr


Ich bin völlig erschöpft.

Nach der Morgengymnastik habe ich noch einmal eine Stunde geschlafen bis zum nächsten Termin. Ich könnte den ganzen Tag schlafen, wenn ich dürfte.

Erkenntnis des Tages: Mein Wochenplan ist doch nicht so easy wie ich dachte. Jeden Tag sechs Termine. Heute Morgengymnastik – Visite – Massage – Ultraschall – 1 1/2 Stunden Ergotherapie – psychologisches Einzelgespräch. “ Rehabilitation “ ist wichtig, aber ich muss achtsam mit mir sein.

Meine Psychologin sagt, es ist meine Aufgabe, dafür zu sorgen, das ich nicht so erschöpft bin. Ich soll entscheiden, ob ich alle Termine schaffen kann oder nicht.  Sie könnte es auch tun, aber ich muß lernen für mich zu sorgen. Ich werde meinen Plan für Morgen genau ansehen und schauen, wo und ob ich mich abmelde.

Sonst geht es mir gut. Heute schien den ganzen die Sonne und ich habe jede Minute genutzt um ein wenig davon zu ernten.  Ein paar gute Gespräche und unendlich müde.

Mein Zimmer ist meine Insel. Klein aber gut zu organisieren. Ich fühle mich dort sehr wohl und genau dort werde ich jetzt ausruhen.

Die Blumen stehen heute so, wie ich sie gestern dekoriert habe. Mal schauen wie lange.

 

27. Mai 2013   17:00 Uhr

Ich bin heute Morgen wach geworden und das Erste, was ich heute morgen gelesen habe, waren E-Mails von Harald und Corinna. So ist das jeden Morgen. Ich liebe es. Diese liebevollen Briefe begleiten mich in den neuen Tag und ich fühle mich gleich viel wohler.

Der Tag heute war wider Erwarten anstrengend. Als Erstes um 7:40 Uhr Fußreflexzonen-Therapie. Ab jetzt findet das zweimal die Woche statt.

Danach Biofeedback – das ist schwierig für mich. Ich schaffe es nicht, so zu atmen, das Atemfrequenz und Herzfrequenz sich aufeinander einstellen.

1 1/2 Stunden Tanztherapie und 1 Stunde Achtsamkeitsübungen. Beides fühlt sich genau richtig an. Danach gleich Ultraschall für meinen Tennisarm.

Ich bin jetzt müde und erschöpft mit dem guten Gefühl, wichtige Dinge für mich erfahren und geleistet zu haben.

Hätte ich fast vergessen – Die Blumen standen heute Morgen wieder in Reih und Glied, wie sich das gehört. Ich habe ein wenig neu dekoriert. “ Editha war hier.

 

26. Mai 2013   19:00 Uhr

Harald hat mich besucht . Wir waren im Thermalbad. Ich liege auf dem Rücken im Wasser und ein Mann hält meinen Kopf oder Schulter und führt mich schwerelos durch das Wasser. Zwischen uns gibt es so unendlich viel Vertrauen und Nähe und Wärme. Ein wunderbar fauler Tag.

Ich sortiere seit ein paar Tagen die Seidenblumen in den Fenstern. Sie stehen wie die Soldaten in immer gleichen Abständen in den Fenstern.

.. in Reih und Glied......

.. in Reih und Glied……

Wenn ich daran vorbeigehe, ordne ich die Blumen in Gruppen an…….

Am nächsten Tag stehen sie wieder in Reih und Glied und ich sortiere wieder neu.  Ich kann einfach nicht anders. Das Leben ist Tanz und Bewegung……..

Tanz und Bewegung......

Tanz und Bewegung……

 

Ich  bin gespannt, wie sich das Spiel fortsetzt. Ich befürchte, ich habe einige Patienten angesteckt.

 

 

25. Mai 2013 16:00 Uhr

Meine Augen heilen langsam aber sicher und es schmerzt nicht mehr so.

Für Harald

Für Harald

Bis jetzt war es ein schöner Tag. Heute morgen habe ich ausgeschlafen und bin dann mit den  “ Jungs “ zum Frühstücken. Nach dem Frühstück habe ich mein Auto geschnappt, das Verdeck heruntergelassen und bin bei strahlendem Sonnenschein nach Soest gefahren.

Dort habe ich zwei Wohnpullover erstanden. Das sind Pullover in bequemer Weite.

Für Gerti eine Tasche für ihre Handarbeiten und ein schönes Buch für Strickarbeiten gefunden…..Ich habe es ihr geschenkt, weil sie ein ganz wunderbarer Mensch ist. Sie ist großzügig und immer freundlich und verbreitet gute Laune. Für Jeden, der sie fragt, strickt und häkelt sie für wenig Geld, Mützen und Schals. Ich habe wenig Kontakt mit Gerti aber ich habe sie beobachtet und ich wollte ihr unbedingt eine Freude bereiten. Ich denke, es ist mir gelungen, einfach so. Sie hat so gestrahlt, das mir das Herz aufgegangen ist. Für die Klinik und die Menschen hier ist sie ein echter Gewinn. Ich wünsche mir, das meine Mitmenschen diese Frau zu schätzen wissen.

so isses.... " Rehabilitation "

so isses…. “ Rehabilitation „

Für heute abend besitze ich den Schlüssel für die Kreativwerkstatt. Dann ist Platz für mein großes Seidentuch. Kreativ sein ist das Größte für mich. Vielleicht begleitet mich Jemand.

Fußball ist so gar nicht meins. Champions Liga mit zwei deutschen Mannschaften ist das Thema heute im Haus.

24. Mai 2013 – 19:00 Uhr

Für Neugierige, es ist viel passiert.

Gestern hatte ich eine Arztvisite. Danach war ich ziemlich angeschlagen. Bei mir ist angekommen, ich soll mich nicht so anstellen. Meine Therapeutin einen Tag vorher sagte, ich soll mich nicht so anstrengen. Ich bin hier, um wieder Kräfte zu sammeln.

Viele Gedanken in der Nacht, schlechte Träume und am Morgen der Entschluß, meine Therapeutin zu kontaktieren. Ich war getriggert. Das Gespräch mit der Therapeutin hat mir gut getan. Sie hat sich informiert und ein zweites Gespräch mit mir geführt. Es hat sich dann doch Alles gerichtet und ich habe ein Lob bekommen. Es war gut, das ich das Gespräch gesucht habe und nicht, wie man so sagt, im eigenen Saft gekocht habe. Es geht mental jetzt viel besser.

Mein zweites Highlight des gestrigen Tages, ich mußte zum Augenarzt. Meine rechtes Auge hat sich trotz Behandlung eitrig entzündet, so das die Sehschärfe deutlich nachgelassen hat. Option des Augenarztes, wenn es mit Tropfen und Salbe nicht besser wird, Antibiotika. Heute abend schwoll mein Gesicht ein wenig an und Antibiotika. Aber Arzt und Schwestern sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit und umsorgen mich. Die Mitpatientinnen sind sehr liebevoll zu mir.

Meine „Jungs“  sorgen sich ebenfalls und fragen ständig nach. Kein Weinchen heute abend, aber morgen um 10:00 Uhr im Geronimo gemeinsam frühstücken. Freu ich mich drauf.

Mein Wochenplan für nächste Woche ist ein Traum. Nur Anwendungen die mich entspannen. Kein Walken und kein Wandern, dafür Aquatraining.  Zwei mal Gymnastik und zwei Gesprächstermine und zwei mal Gruppen. Es wird eine federleichte Woche und mein Auge ist dann hoffentlich wieder gut.

Gerade eben kam eine Dame zu mir und fragte mich, ob sie mir ein Kompliment machen dürfte. Ich würde immer ganz entzückend aussehen, so wie ich mich kleide. Das wäre ihr schon die ganze Woche aufgefallen. Das hat wirklich gut getan und ich habe mich herzlich bedankt.

23. Mai 2013 – 19:30 Uhr

Heute noch einen lieben Gruß und morgen berichte ich dann ausführlich.

22. Mai 2013 – 17:00 Uhr

Ich bin heute wirklich geschafft.

Als erstes Heute morgen Tanztherapie. Es war wirklich gut, bis zu dem Zeitpunkt, als die Gruppe trommeln wollte. Ich habe das am Sonntag schon beschrieben. Im Kreis sitzen und trommeln erinnert mich so schmerzlich an meine Arbeit mit den Kindern, das sich eine Panikattacke ankündigt. Ich habe mit der Tanztherapeutin gesprochen und die Therapiestunde für heute vorzeitig beendet. Von den Schwestern bekam ich einen Beruhigungstee.

Mein zweiter Termin direkt anschliessend – Depressionsbewältigungsgruppe. Das gehört zur Patientenschulung. Insgesamt werden es drei Termine sein. Es war wirklich viel Information und danach war ich irgendwie platt.

Ich wäre so gern.......

Ich wäre so gern „Rehabilitation“

Eine Stunde später gab es ein psychologisches Gespräch mit meiner Therapeutin. Die Frau ist wirklich gut. Ich fühle mich aufgehoben und ernst genommen. Sie ist lustig und bringt mich zum Lachen wenn ich grad wieder am Weinen bin. Sie ist so,  wie  ich mir die GROSSE MUTTER vorstelle. Vielen Dank dafür. Heute hat sie mir einige Ergebnisse mitgeteilt und wir haben darüber gesprochen, wie es zukünftig weitergeht. Ich war danach sehr erschöpft aber wirklich froh, das die Klinik sich um so Vieles kümmert, was später wichtig sein könnte. Auch dafür Danke.

Um den Tag abzurunden, gab es eine Stunde Wirbelsäulen-Gymnastik. Ich habe versucht, danach ein wenig zu schlafen.

Heute abend werde ich mit den Jungs einen Cocktail trinken gehen, im Geronimo. Ich brauch heute noch ein wenig Spass. Morgen habe ich mindestens fünf Termine.

21.MAI 2013

Erster Termin heute – Nordic Walking.

Erkenntnis des Tages, ich bin ein Pinguin. Nett anzuschauen, aber an Land eine Katastrophe. Im Wasser bin ich schnell und wendig und schwerelos. Bei der Arztvisite habe ich das angesprochen und die Ärztin hat mich verstanden. Ab sofort kein walken mehr.  Dafür gibt es jetzt geführte Wanderungen. Das “ an Land “ Training ist echt hart.

Danach bekam ich eine Rückenmassage. Das war wirklich gut.

Ich habe darüber nachgedacht, welche Rolle ich gern einmal spielen möchte. Ich wäre sehr gern Diane Keaton in “ Was das Herz begehrt “ .  Schriftstellerin in den Hamptons und Geburtstag in Paris. Hört sich doch gut an…………Einmal meinen Geburtstag in Paris mit meinem Liebsten. Das kommt auf meine Löffelliste.

Termine heute Nachmittag :

13:00 Uhr Ergotherapiegruppe. 1 1/2 Stunden viele traurige Geschichten mit ähnlichem Ergebnis. Ich war danach sehr angespannt.

15:30 Uhr Biofeedback. Ich habe bei der Messung nicht gut abgeschnitten. Das macht mir Sorgen. Kurze Erklärung dazu. Ich sitze am Computer mit einem Pulsmesser am Ohr. Auf dem Bildschirm läuft eine Säule rauf für Einatmen und runter für Ausatmen. 6 x ein und ausatmen in einer Minute. Das wird trainiert und führt bei großer Anspannung zu Beruhigung. Gleichzeitig fliegt ein Schmetterling auf dem Bildschirm rauf und runter. Im günstigsten Fall fliegt der Schmetterling immer oben. Eine Lichtkästchen sollte grün leuchten. Gemessen werden Puls- und Herzfrequenz und Atmung. Wer mehr wissen möchte, liest bitte im Internet nach. Meine Atemlinie lief unter 8 statt auf mindestens 50, meine Herzfrequenz zeigte beinahe Nullinie obwohl ich sehr angespannt war. Es gibt einen Kardiologen im Haus, der sich das Ganze ansieht. Ich werde berichten.

Meine Ärztin hat heute Verlängerung für mich beantragt.

 

20. Mai  2013 – 17:00 Uhr

Heute ist ein ziemlich ruhiger Tag.

Zum Frühstück habe ich eine Blüte von den traumschönen Päonien mitgenommen. ich ging damit durch den Saal und auf vielen Gesichtern erschien ein Lächeln. Ein kleines Glück mit einer einzigen Blüte gezaubert. Das macht mich auch ein wenig glücklicher. Die restlichen Blüten habe ich dem Schwesternzimmer geschenkt. Sie sind immer unglaublich freundlich und hilfsbereit und ich verbringe nicht so viel Zeit auf meinem Zimmer. Termine.

Um 10:00 Uhr war ich trommeln auf Djembe. Es war so schön. Leider mußte ich nach 20 Minuten aufhören. Innere Unruhe und Herzrasen kündigten sich an. Wirklich schade. Im Rückblick weiß ich, voran es lag. Ich habe immer so gern mit meinen Kita-Kids getrommelt. Plötzlich  die Erinnerung und der Gedanke, ob ich wieder in der Lage sein werde, an meinen Arbeitsplatz zurückzukehren…..

Ich bekam von der Schwester einen Beruhigungstee. Ein Bindhautentzündung ist auch Thema – antibiotische Augentropfen.

Am Nachmittag habe ich zwei Stunden geschlafen. Ich spüre, wie sehr mir diese Ruhe und Fürsorge in der Klinik, gut tun.

Gestern abend hatte ich noch ein langes und gutes Gespräch. Irgendwie sind Alle mit sehr unterschiedlichen Geschichten aber dem gleichen Ergebnis hier. Selbst die Herzpatienten. Diese Klinik ist eine von vier in Deutschland mit dem Schwerpunkt Psychokardiologie.

Heute abend werde ich mit ein paar Kollegen hier ein Glas Wein trinken gehen.

Vielleicht ist es für Euch wichtig. Ich kann und werde für die nächste Zeit nicht telefonieren. Spätestens, wenn mich Jemand fragt, wie es mir geht, verliere ich die Fassung und dann muss ich mich zusammenreißen, weil es mir unangenehm ist. Das kostet mich wahnsinnig viel Energie. Eure Mails helfen mir. Wenn ich dann traurig bin, bin ich traurig, und wenn ich weine, dann weine ich. Auf diese Weise bin ich weniger belastet. Und es ist schön, das ich Eure Nachrichten immer wieder lesen kann. Bitte Verständnis an dieser Stelle.

 

19. Mai 2013 – 18:00 Uhr

So ein Tag…….Harald hat mich besucht. Das bedeutet soviel für mich. Liebe und Verständnis,  Sicherheit, Schutz und Geborgenheit. Es war ein sonniger Tag. Wir sind Cabrio gefahren, spazieren gegangen, lecker Mittagessen und Spaghetti-Eis und viele Gespräche. Ich liebe ihn sehr……..

Päonien aus unserem Garten

Päonien aus unserem Garten

18.Mai 2013 – 16:00 Uhr

Jetzt geht es wieder……ich habe eine Stunde geschlafen und fühle mich besser.

Ich beginne mit Donnerstag. mein dritter REHA Tag. Es war ok. ein wichtiger Terminpunkt war Sozialdienste. Wie geht es nach der REHA weiter, Krankengeld, Erwerbsminderung, Rente, zurück in den Job usw. Man wird wirklich umfassend informiert und wird zusätzlich bei einem persönlichen Termin individuell beraten. Für uns alle sehr hilfreich. Einige von uns wissen tatsächlich nicht, wie es nach der REHA weiter gehen soll.

Am Nachmittag war ich mit Edith in Soest, eine wunderschöne kleine Stadt, natürlich mit einer Fußgängerzone. Ohne es geplant zu haben, bekam ich ein schönes Sommerkleid. Später hat es geschüttet, wie aus Eimern. Zum Abendessen waren wir rechtzeitig zurück.

Von nun an gings bergab.

Abends wollte ich dann an dieser Stelle weiterschreiben, nichts ging mehr. Meine Seite gabs nicht mehr. Wie es dazu kam beschreibe ich jetzt nicht. Mein Mann schrieb per Mail, er hätte die Seite wieder installiert, aber ohne Fotos. Die müsste ich dann noch einmal neu einpflegen. Mein Adrenalinspiegel war sofort im obersten Level. Diese Seite ist mein Baby und der sichtbare Beweis, das ich in den letzten Monaten auch gearbeitet habe, dachte ich so. Harald hat das nicht böse gemeint,  nur ich war von einer Sekunde zur anderen vollständig überfordert. Er hat die Fotos eingepflegt und Alles ist wieder gut mit der Seite. Es hat lange gedauert, bis ich an diesem Abend schlafen konnte……..

Am Freitag zwei Vorträge. Psychosomatik und Biofeedback. Beides war sehr spannend und hat mich sehr aufgewühlt. Wichtiger Punkt war und ist, wir als Patienten müssten ebenfalls Verantwortung für uns übernehmen und verantwortungsvoll mit uns und unserer Erkrankung umgehen. Ich unterschreibe das zu hundert Prozent.

Ich ging in mein Zimmer, mein Blutdruck raste in die Höhe, Panik, Atemnot, Kloß im Bauch, Tränen, alles auf einmal. Gedanken – habe ich wirklich Verantwortung für mich übernommen – warum stecke ich fest – wieso ändert sich mein Zustand nicht zum Positiven usw. Spätestens jetzt hätte ich die Schwester rufen müssen und ich wollte wirklich den Notknopf drücken, konnte ich aber nicht. Ich musste es allein schaffen. Die wichtigste Erkenntnis der letzten Tage, ich schaffe es nicht mehr allein.

Mir ist heute so klar, was ich auch neu lernen muss. Ich muss um Hilfe bitten, wenn es mir wirklich schlecht geht und das fühlt sich für mich an, wie „Versagen“. Im letzten Jahr habe ich meine Not einmal an wichtiger Stelle gemeldet und wurde damit allein gelassen. Es ist mir verdammt schwer gefallen. Ich dachte, ich könnte vertrauen. Dieser ganz persönliche Zustand des  “ nicht mehr können “ ist ignoriert worden. Ich hatte es versucht und bin damit allein gelassen worden. Dann kann ich es auch gleich für mich Selbst lösen, dachte ich. Hat nicht funktioniert und jetzt funktioniert es erst recht nicht mehr.

Meine Energien sind erschöpft und meine Reserven sind mehr als verbraucht. Ich kann es allein nicht mehr schaffen. Was Jahrzehnte funktioniert hat, hat keine Gültigkeit mehr und ich muss lernen, den Menschen zu vertrauen, auch wenn es Rückschläge gibt. Autonomie neu überdenken. Hört sich ganz leicht an……….

Heute morgen hatte ich Befunderhebung Physiotherapie und da kam es aus mir raus. Mein ganzes gestriges Elend. Ich weiß, was zu tun ist, aber mir fehlt die Handlungskompetenz es umzusetzen. Die Physiotherapeutin war wunderbar. Sie hat mir zugehört, meine Not verstanden und mit der Schwester Kontakt aufgenommen. Die Schwester hat mich in meinem Zimmer besucht, mit mir gesprochen, mir Tee gekocht und ich habe mich gut aufgehoben gefühlt. Sie sagt, ich soll diese große Traurigkeit zulassen und jetzt wäre die Zeit dafür, weil ich hier aufgefangen werden kann.

Also weine ich, immer wieder, in der Hoffnung, das es irgenwann aufhört.

Morgen kommt Harald und ich kann es kaum erwarten. Mein Mann ist der wunderbarste Mensch der Welt. Er hält mich ganz fest und ich muss mich nicht mehr auflösen. Er ist ein unschätzbares Geschenk und sowieso unbezahlbar und ich liebe ihn sehr. Ohne ihn wäre es nicht auszuhalten.

19. Mai 2013 – 8:30 Uhr

Nur eine kurze Nachricht und später mehr…..

Zwei Tage Krise durchlebt und viele Gedanken und Input und Panik und Termine und  und und.  Jetzt wieder einen Termin. Ich berichte heute nachmittag ausführlich.

15. Mai 2013

Das war ein Tag…. 6:15 Uhr aufstehen, duschen usw. Ich war so müde, weil ich nicht geschlafen habe. Alle 2 Stunden wach und keinen Frühstückskaffee von Harald. Es war hart.

7:10 Uhr Blutentnahme – 7:30 Uhr Frühstück – 8:00 Uhr Morgengymnastik mit schneller Musik – 9:40 Uhr EKG – 10:20 Massage – 10:45 Blutdruck messen – 12:30 Mittagessen – 13:35 Uhr Blutdruck messen – 14:00 Uhr gab es einen Erkundungsspaziergang für gestern angereiste Pateinten im Ort und der Umgebung – 16:00 Uhr Geräteeinweisung im Studio (habe ich geschwänzt) Geräte gehören nicht zu meinem Therapieprogramm – 17:20 Uhr Blutdruck messen – 17:30 Uhr Abendessen – 19:00 Uhr, ich schreibe Euch.

Jeder Punkt auf dem Plan wird bei Teilnahme gegengezeichnet. Das erzeugt durchaus Druck.

In den Pausen gab es viele Tränen – in mir ist eine große Traurigkeit. Irgendwie muss Alles raus. Die Menschen hier sind sehr freundlich und ich weine nicht alleine……..Dadurch ist es irgendwie leichter.

Ich bin ganz zufrieden. Ich fühle, diese REHA ist eine große Chance und ich werde sie nutzen.

14. Mai 2013

Mein erster Tag in der REHA – es ist jetzt 18:30 Uhr und das erste Mal heute, das ich Freizeit habe. Um acht Uhr heute Morgen sind wir gestartet. Harald hat sein Auto voll gepackt, ich habe mein Auto vollgepackt und dann los.

Für mich war es schwer. Konzentration beim Fahren und Angst vor der REHA. Tränen und Ablenkung mit ABBA. Harald ist vorweg gefahren und ich konnte ihm gut folgen.

" REHA " mein Zimmer für die nächsten fünf Wochen

“ REHA “ mein Zimmer für die nächsten fünf Wochen

Ankunft 10:00 Uhr – warten auf die Zimmerfreigabe – Zimmerübergabe gegen 11:00 Uhr, ich innerlich am Beben. Und dann ein helles, freundliches Zimmer in hellen Farben mit Balkon nach Süden und Seeblick. Erleichterung. Harald holt mein Gepäck und ich packe sofort Alles an Ort und Stelle.

"REHA" Zimmer mit Ausblick

„REHA“ Zimmer mit Ausblick

12:00 Uhr Schwesternzimmer, Blutdruck, Puls, Fragebogen und ein paar beruhigende Worte. 12:30 Uhr weiter auspacken und etwas Ambiente herstellen. 12:45 Harald fährt nach Bremen. Mittagessen. Ich werde an einen Tisch mit drei Herren gesetzt. Henne im Korb. Am Abend habe ich um einen anderen Platz gebeten. Umzingelt von fremden Herren fühlte es sich nicht gut an.

13:30 Uhr erstes Gespräch mit der Therapeutin. Tränen….Meine Therapeutin ist eine kompetente, fröhliche und sehr nette Frau. Mein Zustand ist ihr nicht fremd und ich werde Zeit haben müssen um gesund zu werden. Ich darf Alles was ich möchte, z.B. malen auf dem Zimmer. Erleichterung. Therapie – Tanztherapie, Wasser-Shiatsu, Entspannungstraining, Ergotherapie und jede Menge Fragebögen.

14:30 Uhr erstes Gespräch mit meiner Ärztin. Untersuchung und Fragebogen. Therapie – Walking, Aquatraining, Wii, was auch immer, Physiotherapie, Morgengymnastik und Biofeedback. Ich bin gespannt. Langeweile kommt bei diesem Gesamtprogramm bestimmt nicht auf.

16:30 Uhr Führung durch das Gebäude und Erklärung der Abläufe. Ich bin verwirrt. Es wird ein paar Tage dauern, bis ich jeden Raum finde.

17:45 Uhr Abendessen. Käse mit Mortadella, Salat, Suppe. Ist ok.

Ich bin erledigt, aber zufrieden. Das Zimmer ist schön hell, sonnig und ruhig. Die Ärztinnen und pflegenden Menschen hier im Haus sind nett und unterstützend.

12. Mai 2013

Übermorgen geht es los. Meine “ Koffer sind gepackt „, weitestgehend. Es sei denn, ich packe sie ein drittes Mal aus, um neu zu sortieren. Ich bin wahnsinnig aufgeregt. Angst und Panik wechseln sich ab. Fünf Wochen erscheinen so irre lang. Ich weiß nicht, was auf mich zukommt. Was nehme ich mit, damit es mir gut geht.

Die Klinik bietet Komfortpakete an, wenn man kein Privatpatient ist. Enthalten sind ein Begrüßungsstrauß und Loungebereich mit Teeküche und allem Komfort. Man bekommt Wohlfühlbettwäsche und Bademantel und Fön, Telefon und Fernseher und WLAN, usw. für 29,00 Euro oder 49,00 Euro pro Tag. ????

Komfortpakete sind mit meinem Budget nicht zu leisten und somit habe ich überlegt, wie ich gut für mich sorgen kann. Mangels eines gemütlichen Aufenthaltsbereiches für Kassenpatienten, werde ich mein Zimmer mit persönlicher Wohlfühlbettwäsche, Kissen und Decke und Blumenstrauß einrichten. Meine Lieblingstasse, Besteck und ein Teller für Obst. Persönliche Bilder und natürlich mein Handwerkszeug – Farben, Leinwand und Pinsel und Wolle, Strick- und Häkelnadeln.

Mein großer Vorteil, ich reise mit dem Auto an. Das bietet viel Platz für persönliche Dinge. Und da ist es wieder – mein großes Autonomie-Bedürfnis. Unabhängigkeit als höchstes Gut. Dieses Autonomie-Bedürfniss hat sich in den letzten Monaten noch verstärkt. Ich bin misstrauischer geworden. Vertrauen ist schwierig geworden. Ein vorläufiges Ergebnis der Psychotherapie – je mehr ich über mein Leben in Erfahrung gebracht habe, umso weniger vertraue ich den Menschen.

Ich möchte den Menschen wieder vertrauen können. Vertrauen gibt es nur in meiner engsten Umgebung. Mein Mann ist mein größter Verbündeter. Er unterstützt und schützt mich, wo er kann. Das ist nicht selbstverständlich und dafür liebe ich ihn um so mehr. Meine Söhne haben große Probleme, zu verstehen, was mit mir passiert. Die starke, unterstützende und beschützende Mutter braucht plötzlich selbst Schutz. Meine Tochter schreibt mir jeden Tag aus Chicago liebevolle kleine Nachrichten und ich fühle, dass sie bei mir ist. Meine Freundinnen sind immer für mich da und verbringen Zeit mit mir. Meinen Ärztinnen vertraue ich sehr.

Ich befinde mich in der glücklichen Lage von einem liebevollen Umfeld beschützt zu werden. Das ist so viel mehr, als viele Andere haben. Danke dafür……

Die Reha – ein Wort, das ich noch nicht füllen kann. In meinem Kopf laufen die unterschiedlichsten Szenarien ab. Übermorgen werde ich es erfahren. Ich habe mich sehr genau über verschiedene Therapieformen informiert und gehe gut vorbereitet in das Aufnahmegespräch. Meine beste Freundin und ich haben Scherze gemacht – Eingangsuntersuchung mit offenem Ausgang –  es fühlt sich dennoch nicht spaßig an…

Ich werde darüber berichten……..

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1 Kommentar

  1. Liebe Editha, es ist sehr schön auch nach der Abreise noch etwas von dir und der Klinik zu lesen. Ich verfolge deinen Blog mit Ungeduld. Das Foto von deinen Zombies würde mich auch sehr interessieren 😉 So einen Zombie hätte ich auch gerne, er würde meine Frust abbekommen. Ich drücke dir die Daumen das die Verlängerung klappt. Ich wünsche dir noch sehr schöne Tage am Möhnesee. Liebe Grüße Jörg

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