Nach der Reha…

Nach der Reha…

11. Juli 2013

Trostbox

Ich habe gut geschlafen. Mein Traum ist mir so gegenwärtig. Ich hatte meine Trostbox in den Händen, ein Geschenk von Jörg in der Reha. Und es hilft. Die vielen lieben Worte und kleinen Geschenke nehme ich in die Hand und es geht mir gleich besser.

Genauso hatte ich es mir gedacht, als ich in der Reha davon sprach, wie gut es wäre, eine solche Box zu besitzen,  für weniger gute Tage. Sie steht jetzt in meinem Sichtfeld und sie ist eine große Hilfe. Vielen Dank dafür Jörg………

Ich werde ein Seite mit den Fotografien von Jörg gestalten. Fotografien aus der Umgebung vom Möhnesee……..

06. Juli 2013

Es ist Samstag und ich sitze hier zu Hause in unserem Strandkorb. Die Sonne scheint, Mann und Hund sind glücklich, das ich wieder da bin. Freundinnen kümmern sich liebevoll und es gibt Kontakte aus meiner Reha – Zeit. Und ich…..ich kämpfe mit Anpassungsschwierigkeiten. Ich möchte mich am Liebsten verkrümeln.

Am 29. Juni bekam ich die Kündigung per Anwalt zugestellt. Als ich am Montag nach Hause kam, lag sie vor mir. Mir ist völlig klar, das es für die Kita eine Lösung geben muss und ich werde weiter arbeitsunfähig sein.

Es hat weh getan. Ich habe diese Kita mit viel Hilfe, einem tollen Team, viel Liebe und Energie, mit Erfahrung und Fachkompetenz und enormen Einsatz zum Laufen gebracht. Es steckt jede Menge Herzblut von mir darin. Nun scheint es vorbei zu sein……

Nach der Reha… bin ich jetzt wieder in ein Loch gestolpert, aus dem ich hoffentlich bald wieder herauskomme. Meine Therapeutin hat mir eine Aufgabe gegeben. Ich muss jeden Tag aus dem Haus treten und unter Menschen gehen. Und wenn ich nur in einem Kaffee sitze und Menschen beobachte. Ich tu es, aber es fällt mir verdammt schwer.

In der Klinik war es einfach. Wenn ich aus meinem Zimmer trat, hatte ich Kontakt,  es gab viel Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Wir sind uns dort begegnet, ohne das wir vom Anderen etwas wussten. Das Einzige, was uns klar war, wir waren nicht ohne Grund in der Klinik. Wir haben uns nach und nach kennengelernt und es haben sich einzelne Gruppen gebildet. Innerhalb dieser Gruppen gab es jede Menge Unterstützung und Verständnis für die unterschiedlichen Lebenssituationen und in Gesprächen konnten wir uns gegenseitig helfen.

Eine psychische Erkrankung ist kein Spaß und für Betroffene und Aussenstehende oft schwer zu verstehen. In der Reha sind wir Alle aus ähnlichen Gründen. Wir konnten unsere Arbeit plötzlich nicht mehr leisten. Jeder Einzelne versucht mit Unterstützung der Klinik seine ganz persönliche Strategie zu finden, um wieder dauerhaft leistungsfähig und psychisch gesund zu werden. Es ist schwierig, für Etwas, was man jahrelang völlig selbstverständlich geleistet hat, eine neue Strategie zu finden und psychische Gesundheit zurück zu erlangen. Nur sehr wenige fahren nach der Reha  nach Hause und gehen sofort zurück in ihr Büro.

Die psychischen Störungen treten in verschiedenen Stufen auf und reichen von “ ich kann es bewältigen “ bis hin “ Traumatherapie “ ,  “ Berufsunfähigkeit“ oder sogar „Erwerbsunfähigkeit“.  Dazwischen gibt es viele Varianten dieses Themas. Und es gibt mehr Betroffene, als ich je gedacht hätte. Auch wenn es schwer fällt, hat doch jeder Einzelne Verständnis und Wertschätzung verdient. Wie geht es jetzt “ Nach der Reha…“ weiter.

Ich werde jetzt meine Aufgabe erfüllen und meinen Liebsten zu einem großen Becher Eis einladen und mich in das soziale Leben ausserhalb meiner Enklave werfen.

Danke fürs Lesen und zuhören……..und wenn Jemand von seinen Erfahrungen nach der Reha berichten möchte, bitte einen Kommentar schreiben. Der Schreiber bleibt anonym.

 

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1 Kommentar

  1. Hallo liebe Editha
    Habe heute eine Karte für dich geschrieben,die ich am Montag in den Postkasten werfe!
    Die Zeit nach der Kur war zum Anfang etwas aufregend,da man ja nun wieder andere Verpflichtungen hat. Mittlerweile fühle ich mich wieder ruhiger und ausgeglichener. Wenn ich noch an die Zeit vor der Kur denke , dann bin ich froh ,das es mir jetzt wieder besser geht.
    Es gibt aber Leute die denken und sagen,jetzt hast du dich aber lange genug ausgeruht !!
    Aber der liebe Gott hat mir 2 Ohren geschenkt,ich weiß ja von wem es kommt!
    Ansonsten freue ich mich ,das ich immer wieder kleine Fortschritte an mir feststelle. Auch von der Reha habe ich viel positives mitgenommen.
    Liebe Editha – du bist eine starke Frau-auch wenn du es zur Zeit nicht denkst-ich bin mir sicher , sehr sicher das du es mit Unterstützung und Hilfe schaffst.
    Sei lieb gedrückt von mir LG Ines

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