Erkenntnis

Erkenntnis  –   Oktober 2012

Eine neue Erkenntnis hat sich für mich ergeben. Eigentlich war es ganz banal. Wir haben überlegt, das ich mir für jeden Tag eine Struktur erstelle. Zum Beispiel jeden Morgen um acht Uhr aufstehen. Also, jeden Abend den Wecker stellen. Das ist sicher nicht falsch, aber ich habe mich mit diesem Vorschlag nicht wohlgefühlt. Es ist oft so, dass ich mitten in der Nacht wach werde und nicht wieder einschlafen kann. In der Regel schlafe ich dann erst gegen Morgen wieder ein. Wenn ich nicht genug Schlaf bekomme, habe ich keine Energie. Eine Erkenntnis und ein Teufelskreis.

Letzte Nacht habe ich kaum geschlafen, weil ich das Gefühl hatte, das ist eine Anforderung, die ich nicht erfüllen kann.

Erkenntnis – steiniger Weg…

Heute Abend hatten Harald und ich ein langes Gespräch. Mir ist ein wichtiger Gedanke durch den Kopf gegangen.  Ich bin krank geschrieben, weil ich nicht in der Lage bin, Erwartungen von Außen zu erfüllen. Erwartungen meiner Mitmenschen versetzen mich in Angst und Unruhe.

Mir ist es jetzt völlig klar. Jede Erwartung von Menschen in meiner Umgebung verursacht Handlungsunfähigkeit. Ich erledige Dinge aus eigener Idee oder Motivation.

Wenn ich ein Bild male, geschieht das aus mir heraus und nicht, weil es Jemand fordert. Wenn ich das Mittagessen zubereite, dann, weil ich mir etwas ausgedacht habe, um meiner Familie eine Freude zu bereiten. Wenn ich mit dem Hund einen langen Spaziergang allein unternehme, bin ich glücklich, das ich das schaffe und unser Hund so viel Freude daran hat.  Wenn ich den Lieblingskuchen backe, dann habe ich Spaß an dem Ergebenis und meine Familie freut sich über meine Aktion. Es gab nicht die Erwartung es zu tun.  usw.

Was ich heute verstanden habe, ist, das ich nicht in der Lage bin, an mich gestellte Erwartungen zu erfüllen. Für den Moment nicht. Vielleicht später, nach der Therapie. Eine tränenreiche Erkenntnis. Für meine Mitmenschen ist das sicher nicht leicht.

Für mich auch nicht. Das Aussenbild, daß ich vermittle, zeigt eine entspannte, gepflegte und sympathische Frau. Ich vermittle den Eindruck, fit zu sein. Das ist trügerisch. Ich bewege mich auf sehr dünnem Eis. Immer wieder breche ich ein und habe dann Mühe, den Kopf über Wasser zu halten. Das sieht Niemand und die Meisten wissen es nicht. Ich bin nicht der Typ, der jammernd in der Ecke sitzt. Eine Erkrankung wird in der Regel erst ernst genommen, wenn sie sichtbar ist. Ich wirke fit und ausgruht.

Es ist, was es ist. Um gesund zu werden, muß ich bei mir und meinen Bedürfnissen bleiben. Ich muß mit meiner Energie vorsichtig haushalten und sehr genau in mir schauen, was geht und was nicht geht. Und ich muß es ehrlich kommunizieren. Ein schwieriger Prozess für mich. Bisher bestand mein Selbstbild darin, zu schauen, was meine Mitmenschen erwarten und diese Erwartungen habe ich umgesetzt.

Burnout verstehen heißt, auf das Selbst zu achten und nicht zu jeder Zeit Erwartungen Anderer zu erfüllen. Das habe ich viele Jahre versäumt und um so länger ist der Prozess der Heilung. Aus diesem Grund bin ich arbeitsunfähig.

Den täglichen Anforderungen im Berufsleben und zum Teil im Privatleben, bin ich auf unbestimmte Zeit nicht gewachsen.

Es zu verstehen ist für mich elementar, weil Erwartungen Anderer in meinem bisherigen Leben sehr viel Raum eingenommen haben. So viel, das dieses Thema ebenfalls therapeutisch bearbeitet werden muß.

Mein Freund, der Baum… Heilung

“ Vergangenheit heilen um Zukunft zu schaffen.“

Es ist kein Schnupfen, sagt Tante Ulla…………

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1 Kommentar

  1. Hallo liebe Editha,
    eine Powerfrau mit dem Hang anderen die Wünsche im Gesicht abzulesen sind oft so sehr im Aussen, dass sie sich selbst zu oft oder zu lange vergessen. Wir sehen uns nicht, wir sprechen nicht, aber wünschen kann ich es Dir, immer:

    Ich wünsche Dir die Leichtigkeit immer öfter Dich in Deinem Umfeld zu sehen, statt nur das Umfeld.

    Ich wünsche Dir Vertrauen, das Du Dir selbst schenkst.

    Ich wünsche Dir zu finden, statt zu suchen.

    Ich wünsche Dir die Liebe der Natur.

    Ich wünsche Dir stets ein Lächeln im Gesicht.

    Nicole Leiffermann

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